Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen-Kapitän Haider geht voran

Eulen-Kapitän Maximilian Haider hatte mit acht Toren großen Anteil am Sieg seines Teams gegen Hagen.
Eulen-Kapitän Maximilian Haider hatte mit acht Toren großen Anteil am Sieg seines Teams gegen Hagen.

Nach drei Wochen Spielpause sind die Eulen Ludwigshafen erfolgreich in den Zweitliga-Alltag zurückgekehrt. Beim 34:33 (15:18)-Erfolg gegen Hagen lief noch nicht alles nach Plan. Dass es trotzdem reichte, daran hatten auch die Fans großen Anteil.

Kapitän Max Haider ist dafür bekannt, dass er stets einer der letzten ist, der nach den Partien in die Dusche kommt. Meist sind es seine Stretch-Übungen, die er nach jeder Begegnung absolviert, aber diesmal nahm er sich die Zeit zum ausgiebigen Plausch mit Ex-Eule, Frederik Stüber, der über 60 Minuten seinem ehemaligen Kameraden „nichts schenkte“. „So kennen wir ihn doch“, meinte Haider augenzwinkernd. „Es hat gegen ihn Spaß gemacht. Es ist alles gut“, meinte der Kapitän.

Es war auch Haiders Abend: Als Hagen in den letzten neun Minuten wieder in Führung ging, hielt der Kreisläufer seine Mannschaft im Spiel. Der 26-Jährige war am gegnerischen Kreis nach den Zuspielen von Sebastian Trost und Jan Remmlinger nicht zu bremsen. Er glich stets zum 30:30, 31:31, 32:32 aus. Am Ende hatte der Kapitän acht Tore bei neun Würfen auf seinem Konto. Ohnehin hat er eine megastarke Wurfbilanz. In sechs der sieben Saisonspiele erzielte er bei 29 Würfen 28 Tore. Eine Traumquote!

Kreisspiel in Spielpause gezielt trainiert

„Ein Kreisläufer ist dann erfolgreich, wenn die Mannschaft Vertrauen in ihn hat“, sagt Haider nach dem Heimsieg. Das hatten seine Mitspieler offensichtlich, denn sie suchten und fanden immer wieder ihren Kapitän. Das Kreisspiel der Eulen – in den Partien zuvor eher etwas vernachlässigt – funktionierte. Auch weil das gezielt in den 20 Tagen Pause trainiert wurde, wie Trainer Michel Abt sagte: „Das war einer der Inhalte, dass wir den Kreisläufer in den Aktionen mehr dazunehmen.“

Trotz des Sieges sieht Haider noch Luft nach oben. „33 Gegentore sind ganz klar zu viel. Auch müssen wir noch konstanter werden“, so Haider. „Es war ein Auf und Ab, wir hatten gute, aber auch schwächere Phasen.“ Er wurde konkreter: „Je länger der Gegner einen Angriff spielt, desto eher bekommen wir in der Abwehr Probleme.“ Haider, der Analytiker, der den Blick auf das Detail hat.

Glanzparaden von Urbic nach der Pause

Ein Schlüssel zum Erfolg waren auch die Glanzparaden von Ziga Urbic, der für Matej Asanin in der zweiten Spielhälfte zwischen dem Pfosten stand. Mit der zehnten Parade hielt der Slowene Sekunden vor dem Abpfiff den Sieg fest. „Die entscheidende Parade muss man sich erarbeiten – und dann wird man zurecht auch gefeiert“, lobte Trainer Michel Abt seinen Torhüter. „Wir sind super-happy mit den zwei Punkten nach einem Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient hätte.“

20 Sekunden vor dem Ende war zuvor Tim Schaller eiskalt geblieben. Per Siebenmeter traf er zum 34:33. Aber der letzte Angriff gehörte den Gästen, deren Shooter Valentin Spohn Sekunden vor dem Abpfiff in Ziga Urbic seinen Meister fand. Die Glanztat des Slowenen bedeutete der zweite Heimsieg der Eulen.

„Es war ein Sieg des Willens“, sagte Linksaußen Lion Zacharias, die Leihgabe der Rhein-Neckar Löwen. Auch deshalb, weil die Gastgeber in den letzten Minuten der ersten Hälfte aus dem Takt kamen und mit 15:18 in die Pause gingen. „In der Phase haben wir nachgelassen, sind nicht mehr gescheit zurückgelaufen und kriegen auch ein paar Konter“, meinte der 19-jährige Zacharias, der auf sechs Tore kam. Aber der Glaube, das Spiel drehen zu können, war trotz des Pausenrückstands noch da. „In der Kabine saß keiner mit hängendem Kopf.“

Haider lobt die Zuschauer

Mit seinen Paraden rüttelte Ziga Urbic zwischen dem Pfosten seine Vorderleute wach. Aus einem 15:19 wurde ein 23:21 und die Partie blieb bis zum Ende ein Duell auf Augenhöhe. Mit dem glücklichen Ende für die Eulen. Daran hatten auch die Zuschauer wesentlichen Anteil. „Ohne die Halle wären wir nicht heute als Sieger vom Platz gegangen. Es war unfassbar, diese Atmosphäre, sie hat uns getragen, die Zuschauer haben uns Kraft gegeben. Ohne diese geniale Kulisse hätten wir es heute nicht geschafft“, sagte Haider.

Das Engagement der Zuschauer ging an diesem Abend aber noch über das Spiel hinaus. Der Eulen Club 100 hatte eine Spendenaktion zugunsten der Hinterbliebenen der bei der Messerattacke in Oggersheim getöteten beiden jungen Männer initiiert. Am Ende erbrachte die Aktion insgesamt 2775 Euro.

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