Ludwigshafen
Es kommt auf die Perspektive an: Von hier aus kann man sich die Innenstadt schönfotografieren
Ludwigshafen ist grüner, als man denkt. Diesen Spruch hört man öfter, und an ihm ist durchaus etwas Wahres dran. Nicht nur wegen des weitläufigen Maudacher Bruchs, des schmucken Ebertparks, des Stadtparks auf der Parkinsel mit seinen schattigen Platanen oder der Großen Blies mit ihrem Naturbad. Die mit rund 180.000 Einwohnern nach Mainz zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz ist auch in der Innenstadt viel grüner, als man denkt. Es kommt manchmal nur auf die Perspektive an.
Über 80 Bäume
Während viele Passanten die Fußgängerzone als schmuddelig wahrnehmen, und das häufig völlig zurecht, wenn sich dort mal wieder wie aus Zauberhand jede Menge Sperrmüll und anderer Unrat türmt und anhäuft, vermittelt ein Blick von oben auf die Bismarckstraße einen ganz anderen Eindruck. Nutzt man nämlich den „Balkon“ des Kundenzentrums der Technischen Werke (TWL) als Fotoplattform, dann könnte man glauben, die Fußgängerzone ist eine Allee. Und tatsächlich stehen dort über 80 Bäume, „exakt 83“, wie die für Grünflächen zuständige Abteilungsleiterin beim Ludwigshafener Wirtschaftsbetrieb, Gabriele Bindert, auf Anfrage informiert.
Und um diese Bäume besser zu schützen, unternimmt und investiert die Stadt auch einiges. Weil die alten Schutzgitter aus dem Jahr 2006 den Bäumen zugesetzt haben, werden sie schrittweise mit einem neuen, ringförmigen Eisenschutz versehen. Er legt die Baumscheiben frei, entsiegelt mehr Boden und schont das Wurzelwerk, was in der Summe um die 200.000 Euro kostet. 80 bis 90 Prozent davon sollen durch Fördermittel wieder reingeholt werden, so ist zumindest ist die Hoffnung.
Ob das viele Ludwigshafener wissen, sei mal dahingestellt. Aber unserer Rätselaufgabe sind doch einige auf die Schliche gekommen. Wie beispielsweise Michael Twertek aus Ludwigshafen, der schrieb: „Die Aufnahme entstand vom Gebäude der TWL, Ecke Bismarck-/Bahnhofstraße, früher Kaufhof. Der Blick geht in der Bismarckstraße Richtung Süden zum York-Hochhaus.“ Genau.
Sogar der Chef der Wohnungsbaugesellschaft GAG, Wolfgang van Vliet, hat sich beteiligt und gemailt: „Das ist der Blick vom Verwaltungsgebäude der TWL auf die Bismarck- in Richtung Mundenheimer Straße. In der Mitte links ist übrigens ein sehr schönes GAG-Gebäude zu erkennen :-).“
Natürlich meinte er damit das Bürgerhof-Entreé, das indirekt ebenfalls zum üppigen Baumbestand beigetragen hat. Denn für das äußere Erscheinungsbild sind Bindert zufolge eigens vier Ulmen gepflanzt worden.
Statement in Mitte
Zum Kundenzentrum der Technischen Werke: Mit den drei großen roten TWL-Buchstaben und der auffälligen Architektur ist das hohe weiße Gebäude in der Innenstadt ein Statement. Mit dem Penny-Markt im Erdgeschoss sowie der benachbarten Filiale der Bäckerei Görtz ist diese Ecke im Zentrum dank des Ensembles insgesamt aufgewertet worden.
Anfang Juni 2021 waren die letzten Mitarbeiter des Energieversorgers nach monatelangen, auch coronabedingten Verzögerungen in die neue Firmenzentrale eingezogen. In den Ausbau des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes investierten die TWL rund vier Millionen Euro. Umgebaut hat das Gebäude, in dem die TWL eine Fläche von 9200 Quadratmetern belegen, im Auftrag der TWL der Mannheimer Projektentwickler und Hauseigentümer Pro Concept. Aufwendige Umplanungen und Brandschutzauflagen sowie Anpassungen für das Konzept der Gewerbeeinheiten machten einem früheren Einzug zudem einen Strich durch die Rechnung.
Die Gewinner
Aus den richtigen Einsendungen haben wir zwei Gewinner ausgelost, die von uns verständigt werden: Über je zwei RHEINPFALZ-Tassen freuen dürfen sich Elke Dönmez aus Dannstadt-Schauernheim und Doris Dürr aus Ludwigshafen. Das nächste „Wo isses?“ gibt’s dann im Juli.