Mannheim
Erster Wasgau-Markt in Mannheim eröffnet
Die Zwischenlösung ist nötig gewesen, nachdem die Realisierung des geplanten Nahversorgungszentrums in einem „grünen Hügel“ (wir berichteten) im Zentrum von Franklin noch einige Zeit auf sich warten lassen wird. Mit dem lang ersehnten „Interims-Supermarkt“ steht nun vor Ort endlich eine einfache Möglichkeit der Versorgung mit Lebensmitteln zur Verfügung. Direkt hinter der mittlerweile schmuck sanierten, ehemaligen „Sports Arena“ der Amerikaner in der George-Washington-Straße nahe des Quartierzentrums ist eine größere Fläche für einen Parkplatz und den Supermarkt asphaltiert worden. Das in nachhaltiger Holzbauweise errichtete Gebäude des Wasgau-Markts darauf sieht sehr ordentlich aus und wirkt keineswegs wie ein Provisorium.
Auch nicht die gegenüber befindlichen Pavillons mit einem Bäcker- und einem Metzgerladen, die von Wasgau in Modulbauweise aufgebaut wurden und so mobil sind, dass sie jederzeit wieder den Ort wechseln könnten. Selbst der Supermarkt in Holzbauweise, der zur Hälfte aus wiederverwendetem Material besteht, könnte zerlegt und woanders wieder aufgebaut werden. Den Supermarkt mit Bäckerei und Metzgerei eröffnet hat die Pfälzer Handelskette Wasgau mit Sitz in Pirmasens. Sie wird auf vielfach größerer Fläche auch als Nahversorger in den „grünen Hügel“ einziehen, wenn er denn einmal fertig gebaut ist.
Grüner Hügel verzögert sich
Der Entwurf zu diesem außergewöhnlichen Projekt stammt vom innovativen Rotterdamer Architekturbüro MVRDV. Die Idee: Während sich einem Betrachter von außen die grüne Wiese eines Hügels präsentiert, soll sich unter der umschließenden Betonschale im Inneren ein regelrechtes Gebäude mit mehreren Stockwerken verbergen. Vorgesehen sind im Erdgeschoss ein Supermarkt mit Bäckerfiliale, Apotheke und Drogeriemarkt. In der Etage darüber soll es Büros geben, im Untergeschoss eine Tiefgarage.
„Den Bauantrag haben wir Ende 2021 gestellt. Die Prüfung ist aber ein komplexes Verfahren. Wir gehen davon aus, dass wir nächstes Jahr mit dem Bau beginnen können, sagte Karl-Heinz Frings, Chef der städtischen Mannheimer Wohnungsgesellschaft GBG, die das Projekt zusammen mit der Entwicklungsgesellschaft 3iPro GmbH betreibt. Für die Menschen im Quartier sei es jedoch wichtig, schon vorher eine Nahversorgung vor Ort zu haben, betont er bei der Eröffnungsfeier. Die Planungen für den Hügel haben sich aufgrund der komplexen Statik jahrelang verzögert. Inzwischen ist klar, dass eine Holzbalkenkonstruktion zum Einsatz kommen soll. „Das Materialproblem wird auch uns treffen“, schätzt Frings. Doch der Baustoff Holz sei im Moment noch die beste Wahl.
Erster rechtsheinischer Wasgau-Markt
Mit der Konstruktion werde eine Spezialfirma beauftragt. „Das wird eine technische Herausforderung“, räumte er ein. Doch so etwas sei nichts Neues in Franklin, macht er mit Verweis auf die im Bau befindlichen Hochhäuser in Form der Buchstaben E, H und O in unmittelbarer Nachbarschaft deutlich. Der Bau des „M“ hat noch nicht begonnen. Quasi als Markenzeichen von Franklin soll sich so in der Zukunft schon beim Blick aus weiter Ferne das Wort „HOME“ ergeben.
Die Einweihung des Interims-Supermarkts sei ein wichtiger Schritt. Er habe nicht viel erwartet von einem „Interims-Markt“, räumte der nach Franklin gekommene Wasgau-Vorstandssprecher Ambroise Forssman-Trevedy zur Eröffnung ein. „Aber ich bin total beeindruckt, innen viel Holz, sieht mega aus“, zeigte er sich begeistert. Wie er auf RHEINPFALZ-Nachfrage sagte, sei dies der erste Wasgau-Markt überhaupt in Mannheim und in der rechtsrheinischen Region. „Das ist für uns der erste Schritt. Wir müssen wachsen“, verwies er auf die weitaus größeren Mitbewerber im Einzelhandel. Der grüne Hügel passe zur nachhaltigen Philosophie von Wasgau, meinte Forssman-Trevedy. Insgesamt geht die Stadt Mannheim in Franklin von 10.000 Bewohnern aus.