Leichtathletik
Erschwerte Trainingsbedingungen für Samantha Borutta
Seit Januar startet Samantha Borutta für Bayer Leverkusen. Dort ist Bundestrainer Helge Zöllkau auch Vereinscoach. Deshalb schaut er bei der Pfälzerin wohl auch etwas genauer hin.
Doch die besondere Beobachtung belastete Samantha Borutta am Sonntag beim Wettkampf in Haßloch nicht. Sie startete mit 67,27 Metern in den Kontest. Damit lag sie zwar unter ihrer Bestweite von 69,03 Metern, dennoch hatte die Weite für Raunen gesorgt. Es war nämlich Platzrekord bei den Frauen für die von Wurftrainer Kurt Büttler (TSG Haßloch) in Eigenregie gebauten Anlage. Und auch der zweite Versuch klappte mit 68,95 Metern. „Mit einem soliden Versuch beginnen, dann sich langsam reinarbeiten und steigern. Aber manchmal sitzt auch schon der erste Versuch. Die wenigsten Werfer haben da einen absoluten Plan,“ sagte Zöllkau.
Für Borutta folgten noch weitere Würfe über 67 Meter. Sie war zufrieden. „Ich hatte eine stabile Serie und merke, da ist noch mehr drin. Es ist noch ausbaufähig“, betonte sie. Die Sportsoldatin ist in Köln stationiert, da passt die räumliche Nähe zum neuen Verein Leverkusen. Doch meist lebt und trainiert sie in Mutterstadt. „Sie muss nur trainieren. Die Grundausbildung war im vergangenen Herbst. Der Bundestrainer schickt den Trainingsplan an die Sportförderung, das ist dann ihr Arbeitsnachweis“, erzählt Peter Borutta, der Vater von Samantha. Die Obergefreite freut sich, wenn die geplante neue Wurfanlage im Sportpark Mutterstadt Wirklichkeit wird. Denn noch ist das Training dort eine gefährliche Angelegenheit. Statt des inzwischen vorgeschriebenen Netzes begrenzt ein Metallzaun den „Käfig“. Wenn der Hammer die Öffnung nicht korrekt verlässt und stattdessen in den Zaun donnert, besteht die Gefahr, dass der Hammer querschlägt. Außerdem ist der Wurfsektor ein bisschen zu kurz für die angehende 70-Meter-Werferin. „Dann steht immer jemand oben auf dem Damm und muss aufpassen, dass keine Passanten vorbeilaufen“, schildert Peter Borutta.
Olympia 2021 hat keine Priorität
Bis die Anlage auch wirklich fertig ist, dauert er noch etwas. Doch Samantha Borutta hat nicht unbedingt Zeitdruck. Die Olympischen Spiele in Tokio stehen nicht auf ihrem Wettkampfplan. „Ich bin noch jung, ich weiß, ich habe noch Zeit“, begründet die 20-Jährige. Sie fährt erst einmal zur U23-Europameisterschaft in Bergen. Diese wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben und findet erst nach den Olympischen Spielen statt. Die Norm von 64,80 Metern hat sie schon abgehakt. „Sie ist unsere beste Nachwuchsathletin. Sie kann in Norwegen unter die besten Drei kommen“, sagt Bundestrainer Zöllkau und ergänzt lächelnd: „Wenn sie natürlich in den nächsten Wochen die 72,50 Meter Norm für Tokio erfüllt, nehmen wir das gerne mit.“
Über die Weltrangliste, bei denen theoretisch die besten 32 Werferinnen eine Startberechtigung für Tokio erhalten, besteht bei Borutta nur eine kleine Chance. Sie steht hier momentan auf Platz 64 und ist 42 Punkte von Rang 32 entfernt. Zöllkau: „Das ist ohnehin eine unsichere Bank. Denn das Nationale Olympische Komitee schickt nur Athleten nach Tokio mit der Aussicht auf einen Platz unter die besten Acht.“
Das wird bei Samantha Borutta in absehbarer Zeit der Fall sein.