Ludwigshafen Erfolg mit außergewöhnlicher Taktik

MUTTERSTADT. Fußball-Bezirksligist FG 08 Mutterstadt tritt momentan auf der Stelle, was ein magerer Punkt aus zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen belegt. Morgen, 15 Uhr, soll mit einem Sieg bei Schlusslicht VfR Frankenthal der Trend umgekehrt werden.
Was haben der FSV Mainz 05 und die FG 08 Mutterstadt gemeinsam? Zum einen das Gründungsjahr im Vereinsnamen und dann der Verlauf des letzten Heimspiels. Beide mussten sich nach einer 3:0-Führung mit einem 4:4 zufrieden geben. Mainz gegen Hoffenheim, Mutterstadt gegen Steinfeld. „Vielleicht haben wir geglaubt, die Partie sei gelaufen. Wenn wir aber nur ein paar Prozent nachlassen, dann reicht es nicht. Das haben wir gegen Neustadt gesehen und jetzt gegen Steinfeld“, sagt Trainer Erdem Kar. 90 Minuten konzentriert zu sein, sei der nächste Schritt, den das Team gehen müsse. Erklärend sei gesagt, dass der Altersschnitt der Mutterstadter Startelf gegen Steinfeld 22,3 Jahre betrug, nur Götz und Graf sind älter als 23 Jahre. Als einer der wenigen Trainer der Liga bevorzugt Kar eine Fünferkette in der Abwehr, jetzt zum sechsten Mal in Folge. „Man muss sich weniger Gedanken um das Thema Absicherung machen, kann aber kaum Druck auf die gegnerischen Außenverteidiger ausüben“, nennt der Coach Vor- und Nachteile des Systems. Eine Fünferkette, das riecht nach sehr defensiver Ausrichtung und Beton anrühren, doch Kar relativiert. „Bei eigenem Ballbesitz wird die Abwehrformation zur Dreierreihe, weil sich die Außenverteidiger permanent in das Angriffsspiel mit einschalten sollen“, verdeutlicht der Coach. Diese Außenpositionen haben die Mutterstadter in der Regel mit Eigengewächsen besetzt: Luca Stoye (19) rechts und Jan Weingarte (20) links. Beide haben schon als A-Junioren den Sprung ins Bezirksligateam geschafft und sind Stammspieler. „Luca hat gegen Steinfeld nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte ein Tor vorbereitet. Er hat einen Riesensprung gemacht, spielt mutiger, muss aber körperlich noch zulegen“, sagt Kar. Für Weingarte gelte dasselbe, auch er habe sich prima entwickelt. „Ihm kommt zugute, dass er gelernter Mittelfeldspieler ist“, erläutert der Coach. Stoye und Weingarte sind gute Beispiele für den Weg, den die FG eingeschlagen hat. Der Verein baut verstärkt auf den eigenen Nachwuchs und fährt gut damit. |thl