Ludwigshafen Einsilbiger Obry nach Pleiteserie
«Ludwigshafen.» Julien Obry war angefressen. Der französische Tennisspieler des BASF TC Ludwigshafen wollte nämlich bei seiner Heimpremiere glänzen. 2010 bis 2014 spielte Obry schon einmal für Ludwigshafen. Dann probierte er sich in der Bundesliga beim TC Bruckmühl-Feldkirchen. Nun kehrte er zurück. Doch die Rückkehr verlief durchwachsen. Am Freitag gegen Oberweier verlor Obry sein Einzel gegen Adrian Obert und gestern unterlag der 26 Jahre alte Obry mit 4:6, 4:6 an Position sechs gegen den Pforzheimer Routinier Alexander Flock. Es war die dritte Einzel-Niederlage von Obry beim dritten Einsatz für den BASF TC Ludwigshafen. Der Frust saß so tief, dass Obry mit niemandem reden wollte – auch nicht mit den Medien. „No“, wiegelte er enttäuscht und einsilbig ab. Die Reaktion war wohl die Wut über die eigene Leistung. In den entscheidenden Spielphasen hatte immer sein Gegenüber die besseren Lösungen, war den Tick sicherer und vor allem zielstrebiger bei den Breakmöglichkeiten. Gestern im ersten Durchgang war das gleich beim Stand von 4:5 aus Sicht Obrys der Fall. Der für Ludwigshafen spielende Franzose zwang seinen Gegner bei dessen Aufschlag zwar mehrmals über den Einstand, der letzte Schritt gelang aber nicht. So war es auch im zweiten Durchgang, in dem Obry einen Breakball hatte. Den entscheidenden Punkt machte aber der Pforzheimer Flock – und das wieder beim Spielstand von 4:5 aus Ludwigshafener Sicht. Dabei war Julien Obry, der sich vor einem Jahr aus der Tennistour zurückgezogen hatte, ein Wunschspieler von BASF-Teammanager Robert Pfeffer gewesen. „Schließlich hat er bis 2014 schon einmal vier Jahre lang für uns gespielt“, sagte Pfeffer. Er hatte Obry in guter Erinnerung und immer Kontakt zu ihm gehalten. Als „absoluten Kämpfertypen“ und mannschaftsdienlich bezeichnete Pfeffer Obry. Trotzdem habe man ihn als Regionalligist im Sommer 2015 ziehen lassen. „Immerhin hatte er in Bruckmühl-Feldkirch die Möglichkeit, sofort Zweite und im Sommer 2016 sogar Bundesliga zu spielen. Das wollten wir ihm nicht verbauen. Der Kontakt war nie abgerissen und nach dem Rückzug der Bayern aus dem Bundesliga-Tennis hatte Obry bereits im Vorjahr wieder beim BASF TC angeklopft. „Allerdings waren unsere Personalplanungen da bereits abgeschlossen“, sagte Pfeffer. Aber in diesem Jahr war die Rückholaktion erfolgreich gewesen. Nun fehlen die Erfolge von Obry. Ganz so düster ist die Bilanz des Franzosen nicht. Immerhin gelang gestern an der Seite seines Landsmannes Remi Boutillier ein 6:3, 7:5. Es war sein zweiter Doppelerfolg seit der Rückkehr und zugleich der zweite Punkt aus Sicht der Gastgeber. Unterm Strich war das zu wenig – auch und gerade für einen Mannschaftsspieler wie Julien Obry. Einwurf