Ludwigshafen Eine Machtdemonstration

Martin Görge war mit vier Toren erfolgreichster Werfer des WSV Ludwigshafen.
Martin Görge war mit vier Toren erfolgreichster Werfer des WSV Ludwigshafen.

«Ludwigshafen.» „Jetzt nur nicht abheben und konsequent weiterarbeiten.“ WSV-Trainer Pierre Hilbich war der deutliche Erfolg gar nicht so recht. Er dachte viel eher an die ersten sechs Minuten, in denen die Gastgeber völlig ohne Einstellung und Orientierung durch das Wasser geschwommen waren. Die SGW Leimen/Mannheim führte daher nach zwei Überzahltreffern und zwei Unaufmerksamkeiten in der Abwehr mit 4:1. Das WSV-Trainerteam Hilbich und Maurice Schäfer nahm die Auszeit (6.). „Das war als Weckruf gedacht. Wir haben den Reset-Knopf gedrückt“, beschrieb Hilbich die knappe Ansprache während der 60 Sekunden. Die verfehlte ihre Wirkung nicht. Bis zur ersten Viertelpause war der WSV nach Treffern durch Oliver Görge, Fabian Härtel und Martin Görge (eine Sekunde vor dem Ende) wieder auf 3:4 herangekommen. Was folgte war eine Machtdemonstration – auch ohne Stammkraft Johannes Schmitz. Der Schlüssel dabei lag in der Abwehr, die sich im zweiten Abschnitt vier Bälle erkämpfte. Ein weiterer Grund war Torhüter Tom Sieger, der nun die Bälle zu fassen bekam, die ihm in Abschnitt eins noch unglücklich ins Netz gerutscht waren. Bis zum Spielende hielt er neun Würfe. Im Gegensatz zu seiner Leistungssteigerung zeigte die Formkurve bei seinem Gegenüber Bojan Mrdja nach starkem Beginn steil nach unten – auch wenn er beim Fünf-Meter-Strafwurf gegen Martin Görge (22.) Sieger blieb. Da stand es schon 12:8 für die Gastgeber. Nach der Auszeit war eine andere WSV-Mannschaft im Wasser. Eine, die nicht nur in der Abwehr zupackte, sondern auch im Angriff aufdrehte. Und das praktisch über die gesamte Breite des Kaders. Die 19 Treffer verteilten sich auf neun Torschützen. Am erfolgreichsten war dabei Martin Görge mit vier Treffern. Aber in ihrer Art erzählte jedes einzelne Tor seine eigene Geschichte. Der 6:6-Ausgleich (11.) durch Andreas Sommer zum Beispiel: Er setzte nach einem bereits abgewehrten Schuss energisch nach und übertölpelte die gesamte SGW-Abwehrreihe. Die „Granate“ von Michael Burger zum 7:6 (12.), die Konter nach Torhüterparaden über Martin Görge (12:8, 20.) und Andreas Sommer (17:10, 28.) oder der ebenso freche wie überlegte Heber von Mannschaftskapitän Benjamin Hettich zum 16:8 (26.) – es lief einfach beim WSV. „Der größte Unterschied war wohl die Bank. Wir konnten durchgehend wechseln und jeder Spieler bekam seine Pause“, bilanzierte das Ludwigshafener Trainergespann. Selbst Leistungsträger aus der Vorsaison gerieten so in die Rotation. So waren Tore von Laszlo Toth gar nicht nötig für die zwischenzeitliche Acht-Tore-Führung. Ansonsten blieben nur die beiden Torhüter und Youngster Johannes Sommer ohne Torerfolg. Es war eine echte Mannschaftsleistung, die Hilbich auf die Euphorie-Bremse treten ließ: „Jetzt bloß nicht abheben.“ Für den WSV trafen Martin Görge (4), Oliver Görge (3), Mohamed (3), Härtel (2), Burger (2), Andreas Sommer (2), Hummel (1), Löw (1) und Hettich (1).

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