Ein Bild und seine Geschichte
Ein Tippfehler mit Folgen
„Willkommen in Ludwigshwfen“ – einige Verkehrsschilder auf Mannheimer Seite verweisen genau auf diese, in Deutschland bislang unbekannte Stadt, die sich durch ihren Mangel an Vokalen eher dem slawischen Sprachgebiet zurechnen lassen könnte – als Beispiel sei hier nur auf die kroatische Mittelmeerinsel Krk verwiesen. Gleich in Serie verweisen die Schilder im Bereich der Kurt-Schumacher-Brücke auf die aktuelle Erneuerung des Geh- und Radweges auf der Oberstromseite und wollen besagte Verkehrsteilnehmer daher auf den Steg auf der Unterstromseite locken. Auf den richtigen Weg nach „Ludwigshwfen“ eben.
Die Mannheimer Stadtverwaltung hat in den vergangenen Monaten in Sachen Verkehrsschildern eine zumindest unglückliche Figur abgegeben hatte, erinnert sei an die Schilderpanne bei der Benennung des Lindenhofsteges in „Helmut-Schmidt-Brücke“. Da stand auf den gestanzten Schildern zunächst ein falsches Geburtsdatum des SPD-Kanzlers in weiß auf blau verewigt. Die Schilder mussten wieder abmontiert, neu beschriftet und wieder angebracht werden. Im Fall von „Ludwigshwfen“ weist die Mannheimer Stadtverwaltung die Verantwortung diesmal weit von sich.
Stadt: Korrekt übermittelt
„Die Stadt Mannheim übermittelt (korrekt geschriebene) Verkehrszeichenpläne an die Verkehrssicherungsunternehmen“, heißt es dazu auf Anfrage aus dem Mannheimer Rathaus. Diese beauftragten Unternehmen seien dann für den Druck der Verkehrszeichen verantwortlich. „Zwischen den letzten beiden Stationen muss sich dann der Fehler eingeschlichen haben“, vermutet man im Rathaus, das nicht weit entfernt von besagten Schildern liegt.
Ein (Druck)Fehler, der wie Journalisten aus leidvoller Erfahrung wissen, tatsächlich schnell passiert ist, denn auf der herkömmlichen Tastatur befindet sich das für die korrekte Schreibweise von Ludwigshafen eigentlich nötige „a“ direkt schräg unter dem verwendeten „w“. Allerdings verweisen selbst einfachste Rechtschreibprogramme im Anschluss auf die ungewöhnliche Buchstabenkombination eines „hwfen“. Das müsste eigentlich ins Grübeln bringen. Warum der Fehler aber weder dem Automatismus am Computer noch dem Blick der menschlichen Mitarbeiter aufgefallen ist, bleibt im Dunkeln.
Folie ließe sich ersetzen
Antworten darauf gibt es auch aus dem Mannheimer Rathaus nicht. Aber immerhin eine Beruhigung. „Es handelt sich in diesem Fall nicht um geprägte Schilder, sondern lediglich um Folierung, die auf den Schildern angebracht werden. Man kann fehlerhafte Folien also entfernen und neue, korrekt geschriebene Folien anbringen.“ Ob dies noch erfolgt, verrieten die Mannheimer jedoch nicht. Lohnen könnte sich die Korrektur – immerhin soll die Sanierung noch bis Ende Oktober andauern.
Die Mannheimer verneinten im Übrigen auch eine Spekulation auf mögliche Einnahmequellen – immerhin sind es beispielsweise bei Briefmarken gerade Fehldrucke, die unter Sammlern auf gängigen Börsen besonders hohe Preise erzielen. „Eine Schilderbörse gibt es nicht und in diesem Fall handelt es sich, wie beschrieben, auch nur um Folien“, so die Antwort aus Mannheim.