Ludwigshafen Ein Stück heile Welt

Placeholder-Image

Auf eine Zeitreise hat das Ensemble des Musicals „Servus Peter“ die Besucher im gut gefüllten Palatinum in Mutterstadt mitgenommen. Mit den Hits von Peter Alexander, Caterina Valente, Conny Froboess und den Sketchen von Heinz Ehrhardt ging es zurück in die heile Welt der 1950er- und 1960er-Jahre – und ins „Weiße Rössl“ am Wolfgangsee.

Schon vor dem Start der schwungvollen Show verkürzen die Hits des großen Entertainers Peter Alexander die Wartezeit. Immerhin findet die Jubiläumstour auch zu Ehren des 90. Geburtstags von Peter Alexander statt, denn diesen runden Ehrentag hätte der Sänger und Schauspieler in diesem Jahr gefeiert. Das Bühnenbild mit Bergpanorama macht es den Zuschauern nicht schwer, sich in die idyllische österreichische Landschaftsszenerie am Wolfgangsee zu versetzen. Idyllisch geht es zunächst auch im „Weißen Rössl“ zu, denn Liebe liegt in der Luft. Doch bevor jeder Topf den passenden Deckel bekommt und alles auf ein allseitiges Happy End hinausläuft, ist erst noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten. So schwärmt die Kellnerin Anna (Roxanne Rapp) von Peter Grimberg, der in bester Peter-Alexander-Manier den Oberkellner Peter mimt. Dessen herz schlägt allerdings für seine Chefin, die Wirtin Mariandl (Sabine Murza), die wiederum zunächst nur Augen für Stammgast Dr. Schiefer (Dieter Grimberg) hat. Der wiederum ist sofort Feuer und Flamme, als er die hübsche Unternehmerstochter Marina sieht. Diese wird von Alex Rosenrot dargestellt, die in ihrer Rolle als lispelndes Zimmermädchen Vera eine völlig andere Seite zeigt und das Publikum mit ihrem naiven Charme begeistert. Zum absoluten Zuschauerliebling entwickelt sich Kai Kramosta, der als Sigismund völlig selbstverliebt mit Spiegel und „Was bin ich schön“-Rufen über die Bühne stolziert. Dabei scheut der Kölner auch nicht davor zurück, seinen üppigen „Astralkörper“ in einem Ringel-Einteiler zu präsentieren. Mit lockeren Sprüchen und seinem rheinländischen Charme nimmt er die Zuschauer für sich ein und flirtet hemmungslos mit den Damen im Publikum. Sein Kollege Horst Freckmann, der als Kellner Heinz immer das passende Heinz-Erhardt-Gedicht parat hat, geht ebenfalls mit dem Publikum auf Tuchfühlung. So gibt es keine Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum. Im Gegenteil: Peter Grimberg baut Mutterstadt immer wieder spontan in die Show ein. „Den Marillenlikör aus Kufstein haben wir über Mutterstadt eingeführt, was wegen der Baustelle im Ort nicht einfach war“, weiß er zu berichten. Die Zuschauer freut es. Sie lassen sich bereitwillig auf die kleine Zeitreise ein und singen lauthals mit bei Evergreens wie „Ganz Paris träumt von der Liebe“, „Zwei kleine Italiener“, „Ich will keine Schokolade“, „Ich weiß, was dir fehlt“, „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ oder „Marina“. Schunkelalarm ist bei „Die kleine Kneipe“ angesagt. Nicht nur das Publikum feiert die Schauspieler, auch diese bedanken sich bei ihren Gästen, indem sie durch die Reihen ziehen und eifrig Hände drücken.

x