Ludwigshafen „Ein riesiges Talent mit großem Potenzial“

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LUDWIGSHAFEN. Zwei Hochspringerinnen, Meike Reimer vom ABC Ludwigshafen und Justine Weiß vom TB Oppau, machten am Wochenende bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in ihrer Trainingsstätte von sich reden. Und in Marius Reichert sicherte sich ein Nachwuchsläufer überraschend in sehr guten 38,06 Sekunden den Landestitel über 300 Meter in der Altersklasse U16.

Erst ging es zögerlich los. Justine Weiß schaffte die 1,63 Meter erst im zweiten Versuch. Aber als sie nur noch alleine im Wettbewerb war, wollte sie anstatt der vorgesehenen 1,69 lieber die 1,70 Meter springen. „Ich wollte mal wieder eine Sieben hinter dem Komma stehen sehen“, begründete die 19-jährige Hochspringerin, die seit diesem Jahr in der Frauenklasse startet, ihren Wunsch. Die Kampfrichter erfüllten diesen, und sie sagte danke – sogar mit Sprüngen über 1,73 und 1,76 Meter, jeweils im zweiten Versuch. „Super Sache“, meinte ihr Trainer Reiner Süß, „so macht der Sport Spaß“. Mitten im Abiturstress, am Mittwoch schreibt sie ihre letzte Klausur in Mathematik, überzeugte sie sogar mit einer zweiten Bestleistung: Über die Hürden lief sie 9,26 Sekunden (Platz vier). „Das war ein erfolgreicher Tag für mich“, meinte die Oppauerin. Meike Reimer aus Mutterstadt im Trikot des ABC Ludwigshafen erfüllte zum Saisonauftakt die in sie gesteckten Erwartungen. 1,80 Meter überflog sie, die Beschwerden im Fuß, von denen die EM-Vierte (U20) im Sommer geplagt worden war, waren vergessen. Reimers Trainer ist Juri Tscherer, der auch mit Martin Hahn, der in 6,75 Sekunden den 60-Meter-Hallenrekord einstellte, mit Sandra Wagner (Bestleistungen in 7,68 und 7,69 Sekunden über 60 Meter) und Weitspringer Dominic Johnson (Sieg mit 7,36 Meter) sehr einverstanden war. „Schade, Dominic ist im letzten Versuch nur ganz knapp übergetreten, das waren 7,50 Meter und hätten die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften bedeutet“, bedauerte Tscherer. Nun wird es schwer für Johnson, noch nach Leipzig zu kommen, denn jetzt stehen seine Prüfungen an. Er ist in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in Frankfurt. Der 15-jährige Marius Reichert stammt aus Schwegenheim und trainiert in erster Linie bei Reiner Süß und neuerdings auch ein-, zweimal die Woche bei Mittelstreckencoach Fritz Seilnacht. Schon seine 7,79 Sekunden über 60 Meter (Platz fünf) deuteten sein Potenzial an, und dann setzte er in den 300-Meter-Zeitläufen der U16 in 38,06 Sekunden noch einen drauf. „Ein riesiges Talent“, sagte Seilnacht über den neuen Rheinland-Pfalz-Meister, „mit großem Potenzial, ein Mittelstreckler zu werden“. ABC-Nachwuchssprinter Konstantinos Tselios blieb in 7,16 und 22,55 Sekunden im Bereich seiner Bestleistungen, Nina Knittel musste in 25,96 Sekunden nur der Mainzerin Marie Harzer (25,42) den Vortritt lassen. Vierte Plätze belegten Nico Steißlinger über 800 Meter (U20), Jan Steinmüller (800 Meter, U20) und Konstantin Filsinger (1500 Meter, Männer) aus Seilnachts Gruppe sowie die Weitspringerinnen Ann-Kathrin Reil (Frauen, 5,40 Meter) und Alexandra Krautschneider (U16, 4,96 Meter). Abiturient Patrick Berlejung aus Oggersheim-Melm überzeugte mit seinem Sieg über 1500 und Platz zwei über 3000 Meter. „Vor den 3000 habe ich Respekt, die Strecke kenne ich noch nicht so gut. Aber ich spürte schon, dass da noch Luft nach oben ist“, sagte er nach seinen 8:49,01 Minuten und Platz zwei hinter Marius Meyfarth (Haßloch), dem Neffen von Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Meyfarth. (ku)

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