Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Porträt: Der Open-Air-Club „Hafen 49“ in Mannheim

Höhepunkt der Saison, aber bereits ausverkauft: DJ Fritz Kalkbrenner kommt am Sonntag.
Höhepunkt der Saison, aber bereits ausverkauft: DJ Fritz Kalkbrenner kommt am Sonntag. Foto: dpa

Wer hier spielt, steht sonst in Berlin, London oder Ibiza auf der Bühne – das sagen die Organisatoren des „Hafen 49“ in Mannheim über ihre Location. Der Open-Air-Club im Jungbusch zieht Elektro-Jünger von weit her an. Die Hafen-Macher berichten, was das Besondere an diesem Ort ist.

Es ist ein Sonntagnachmittag im September, halb fünf in der Hafenstraße 49, kurz „Hafen 49“ genannt. Dunkle Wolken rollen am Himmel entlang – unliebsame Gäste bei einer Open-Air-Veranstaltung. Doch die Elektro-Jünger aus nah und fern laufen unbeeindruckt davon aus allen Himmelsrichtungen im Hafen ein. Zwischen Mai und September gilt hier am Wochenende „Leinen los“, wenn Lokalmatadoren und Szene-Größen House und Elektro auflegen bei einer der „beliebtesten Open-Air-Veranstaltungen der Region“, wie es in den Sozialen Medien heißt.

„Die erste Open-Air-Veranstaltung mit elektronischer Musik haben wir 2005 noch unter der Flagge ,Loft Beach’ veranstaltet und 2013 in ,Hafen 49’ umbenannt“, erzählt Robin Ebinger von der Agentur Cosmopop, die unter anderem hinter der Veranstaltungsreihe steht. Sieben Stunden dauern im Durchschnitt die Dancepartys, die bisweilen das Gefühl urbaner Freiheit entfachen können inmitten der rustikalen Hafen- und Industrieromantik. „Jede Saison ist anders. Wir investieren jedes Jahr in die Infrastruktur der Veranstaltungsfläche und in die Dekoration“, informiert Ebinger.

Tanzen unter Sonnensegeln

Dieses Jahr durften sich die Betreiber zudem über zahlreichere Gäste aus dem Ausland sowie aus dem gesamten süddeutschen Raum freuen. „Der Hafen ist inzwischen ein absoluter Hot-Spot für elektronische Tages-Open-Air-Kultur in Deutschland geworden“, so Ebinger weiter. Bei unserem Besuch legt gerade die Schweizer Tech-House DJane und Musikproduzentin Sonja Moonear auf. Die sanft einlullenden Elektro-Vibes dringen abgedämpft von der Rückseite des Musikparks bis in die Hafenstraße vor, wie eine magische Zauberformel, die nur noch mehr Publikum anziehen zu scheint. Getanzt wird auf einer riesigen Holzterrasse, die mit Sonnensegeln überspannt ist. Wenn es regnet werden einfach Regencapes übergezogen.

Die Liste der DJs und Live-Acts ist beeindruckend. „Für alle Nichtkenner sollten wir es auf eine verständliche Formel bringen: Die Künstler, die am ,Hafen 49’ in dieser Fülle spielen, finden sich sonst nur in Berlin, London oder Ibiza“, bricht es Ebinger herunter und unterstreicht damit die Einzigartigkeit der Veranstaltungen im Mannheimer Jungbusch.

Bekannte Namen aus der DJ-Szene

Und kurz vor Ende der diesjährigen Hafen-Saison wird es richtig prominent, wenn am Sonntag, 15. September, Fritz Kalkbrenner Kurs auf den „Hafen 49“ nimmt. Natürlich ausverkauft. An Bord hat er Hymnen wie „Facing the Sun“ oder „Back Home“, zu denen schon so manche unvergessliche Sommernacht durchgetanzt wurde. Fritz ist der jüngere Bruder des Berliner Elektronikers Paul Kalkbrenner. Zusammen erlangten sie mit ihrer Nummer „Sky And Sand“ 2008 schlagartig Bekanntheit und setzten danach Maßstäbe für ein ganzes Genre. „Fritz hat schon auf diversen Festivals für uns gespielt, und so war es nur folgerichtig, ihn auch am Hafen zu präsentieren“, sagt Ebinger. Im Beiboot begleiten ihn diesmal Gheist & Sascha Ries aka Sasch BBC. Letzterer steht als Resident DJ des Loft-Clubs in Ludwigshafen für den Beat der Region. „Das Hafen 49 Closing“ bestreiten schließlich am Samstag, 28. September, das Berliner DJ- und Produzenten-Duo Pan-Pot und DJ Karotte, dem wohl ungewöhnlichsten Namen der Szene.

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