Ludwigshafen Ein Palast wie in „1001 Nacht“
Ich war vor Kurzem in Andalusien, das ist eine Region ganz im Süden von Spanien. Dort gibt es ganz viele tolle Strände, aber mir wird nach ein paar Tagen am Strand ein bisschen langweilig, und ich will die Gegend erkunden. Deshalb bin ich ins Landesinnere nach Granada gefahren. Die Stadt liegt unterhalb der Sierra Nevada. Mit Bergen, die über 3400 Meter hoch sind, ist die Sierra das höchste Gebirge von Spanien. Deshalb kommen auch im Winter Touristen in die Stadt, weil man dann auf den Bergen Ski fahren kann. Das konnte ich jetzt natürlich nicht tun, obwohl auf den Berggipfeln auch im Sommer Schnee liegt. Ich wollte einen der berühmtesten Paläste sehen, die es in Europa gibt: die Alhambra. Übersetzt heißt das soviel wie der rote Palast oder die rote Festung. Natürlich ist die Alhambra nicht wirklich rot angemalt, aber die Steine haben eine rötliche Farbe, und wenn die Sonne drauf scheint, dann sehen sie tatsächlich rot aus. Gebaut wurde die Alhambra ab dem Jahr 1038 von den Mauren aus Nordafrika, die damals den Süden von Spanien besetzt hatten. Jeder neue Herrscher hat den Palast umgebaut und manchmal auch vergrößert. So ist im Lauf der Jahrhunderte eine richtige kleine Stadt entstanden. Die Mauren haben Gebäude mit Räumen gebaut, die sich um einen Innenhof gruppieren. So hat man ein Haus mit einem Garten in der Mitte. Die Räume sind prachtvoll mit bunten Kacheln geschmückt, und ganz viele Muster sind in die Decken und Wände gearbeitet. Es sieht aus wie die Bilder von orientalischen Palästen aus „1001 Nacht“. Besonders schön fand ich die Gärten im Sommerpalast Generalife. Dort gab es nicht nur viele Blumen, sondern auch viele Springbrunnen und kleine Wassergräben. So bekommen alle Pflanzen genug Wasser, obwohl es in Südspanien oft sehr heiß und trocken ist. Das Wasser dafür haben die Gartenbauer aus der Sierra Nevada herunter geleitet. Eine echt clevere Idee, wenn ihr mich fragt. Fast 800 Jahre haben die Mauren über Granada geherrscht. Doch 1492 wurden sie nach zweijähriger Belagerung von den Spaniern besiegt, und der Emir musste seinen wunderschönen Palast verlassen. Viele Ludwigshafener verbinden mit dem Namen Alhambra ganz eigene Erinnerungen. Mein Vater Nagbert hat mir nämlich erzählt, dass es früher in Ludwigshafen ein Kino gab, das Alhambra hieß. Mein Vater hat dort oft Filme angeschaut, als er so alt war wie ich jetzt. Die Stadt Granada ist übrigens nach dem Granatapfel benannt. Wenn man die Frucht aufschneidet, dann kommen rote Kügelchen zum Vorschein, die man essen kann. Sie sind aber ziemlich sauer. Deshalb habe ich mir nach meiner Alhambra-Tour lieber eine Kugel Granatapfeleis gegönnt.