Ludwigshafen Ein Neuanfang

. Beim PSV Grün-Weiß Ludwigshafen (Fußball-B-Klasse Rhein-Pfalz Süd) hat sich das Gesicht der Mannschaft verändert. Zum Saisonauftakt gab es einen schwer erkämpften 2:1 (0:1)-Sieg gegen Aufsteiger FG Nord Ludwigshafen. „Es ist immer schwierig nach einer Vorbereitung, die bei uns nicht so gut lief, in die Punktspiele zu starten. Man kann weder sich noch die Gegner richtig einschätzen“, sagt PSV-Trainer Thomas Engel. Der Neuling habe es seiner Mannschaft mit einer robusten Spielweise schwer gemacht. Zur Pause hieß es 0:1. „Mich freut, dass wir 90 Minuten Gas gegeben, läuferisch und kämpferisch überzeugt haben. So haben wir die Partie noch drehen können“, betont der 51-jährige Coach. Unabhängig vom Ergebnis hat Engel wieder den Spaß, den er in der vergangenen Runde verloren hatte. „Da hat vieles nicht gestimmt, vor allem die Einstellung. Außerdem hat es eine Grüppchenbildung gegeben“, blickt der Trainer zurück. Die vielen Siege hätten bei Teilen der Mannschaft zu einer gewissen Überheblichkeit geführt. „Da wurden Tore nicht bejubelt, sondern emotionslos zur Kenntnis genommen, Siege waren zu selbstverständlich geworden“, erklärt Engel. Dass man einen bereits geschlagenen Gegner habe lächerlich machen wollen, ihn gedemütigt habe, das hat dem Coach missfallen. Deshalb hat er auch Spieler aussortiert. Andere seien aus freien Stücken gegangen. „Nur zwei von ihnen habe ich nachgetrauert“, verdeutlicht der konsequente Coach. Einer sei Nico Laudenbach gewesen, der zum Ludwigshafener SC II zurückgewechselt ist. „Nico ist ein feiner Typ und ein guter Fußballer“, bedauert Engel den Abgang des Mittelfeldspielers. Beim zweiten Akteur habe der PSV Grün-Weiß mehr Glück gehabt. Der talentierte Torwart Max Mohr wollte sich Bezirksligist FG 08 Mutterstadt anschließen. Ein mutiger Schritt, spielt dort doch Frederik Tilger-Kuhn, einer der besten Torhüter der Liga. Nach kurzer Zeit kam Mohr zurück. „Er hat mich gefragt, ob ich ihn noch brauchen kann“, erzählt Engel mit einem Schmunzeln. Was für eine Frage. Der Coach nahm den verlorenen Sohn, der in Mutterstadt nur in Testspielen eingesetzt wurde, mit offenen Armen auf. „Seine Rückkehr ist für den Verein wie ein Lottogewinn“, urteilt Engel. Der Mohr hat keinesfalls seine Schuldigkeit schon getan. Der neue PSV Grün-Weiß, der morgen, 18.30 Uhr, im Kreispokal bei der DJK Eppstein II antritt, kann ohne Druck zusammenwachsen. Der Vorjahres-Vierte hat seine Ziele zurückgeschraubt. „Um den Aufstieg spielen andere. Wir wollen den achten Platz erreichen“, verdeutlicht Engel. Auch wenn die Mannschaft fußballerisch nicht mehr ganz so stark ist wie vor einem Jahr, bereitet Engel die Arbeit Freude. Und darauf kommt es schließlich an. |thl