Ludwigshafen Ein gemeinsamer Stil und viele Werke

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Mutterstadt. Tiere, Blumen, Fachwerkhäuser, Stillleben – die beiden Künstler und Freunde Eduard Wetstein und Heinz Hub haben sich auf gegenständliche Malerei spezialisiert. Ihre rund 140 Bilder, die Momentaufnahmen von Situationen oder Abbildungen von Gebäuden der Vorderpfalz und der Weinstraße sind, vermitteln dem Betrachter ein Stück Idylle vor der Haustür. Die Ausstellung „Queerbeet“ ist noch bis zum 7. Oktober zu den Öffnungszeiten im Mutterstadter Rathaus zu sehen.

Meditativ wirkt das Bild „Karlstal“ mit seinem fließenden Bach, der ein wenig an den Fluss des Lebens erinnert. Oder das Bild „Waldteich“ mit seiner idyllischen Landschaft. Oder die „Fische“ im Korallenriff: Farbtupfer in einer ruhigen, dunklen Welt, die auch die Psyche darstellen könnte, denn der Fisch symbolisiert in der Astrologie das Unterbewusstsein. Bilder wie „Distelfalter“ – inklusive Biene und Marienkäfer – erinnern an ältere Studien für Botaniklehrbücher. Aber ohne den sezierenden Blick des Biologen, dafür mit der Warmherzigkeit des Künstlers und dem Gefühl für den schönen Augenblick. Alle Gemälde der beiden Künstler Heinz Hub und Eduard Wetstein verstehen es, dem Alltag vor der Haustür das Idyll zu entlocken, den Betrachter sanft aus seinem Hamsterrad herauszuholen und ihm die Schönheit seiner Umgebung zu zeigen. Humorvoll wirken wie immer die Platzierungen der Bilder im Rathaus. Da fragt sich der zweite Beigeordnete Klaus Lenz erheitert, warum gerade das Bild „Flaschensammelsurium“ mit zwei dickbäuchigen und einer schlanken Flasche ausgerechnet vor dem Zimmer der drei Beigeordneten hängt. Auch Bürgermeister Hans-Dieter Schneider bleibt von den Flaschen nicht verschont: Neben seinem Zimmer hängen ein „Regal mit drei Flaschen“ und ein „Regal mit zwei Flaschen“. Darunter eine „Herbstschale“ und ein „Herbstkorb“ mit herbstlichen Leckereien. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der Ausstellungstitel „Querbeet“ passe auch hervorragend zu dem dargestellten Teil der Pfalz, denn sie sei ja das Gemüsebeet nicht nur der Pfalz, meint Lenz. „Querbeet“ passt aber auch zu den Künstlern. Sie benutzen für ihre Zeichnungen vielerlei Maltechniken wie Aquarell, Acryl, Tusche, Bleistift und Pastell. Außerdem lassen sich beide gern von der Schönheit der Vorderpfalz überraschen. Gleich bleibt aber das gegenständliche Malen. „Der Betrachter soll sehen, was ich male“, sagt Wetstein. Bei den „Pfälzer Malern“ haben sich die beiden Freunde zum ersten Mal getroffen. „Er hat meinen Stil gehabt“, sagt Wetstein über Hub. „Gleich am ersten Tag kam es mir so vor, als würden wir uns schon länger kennen.“ Kein Wunder, haben die beiden doch im gleichen Jahr Geburtstag und die gleiche Lehre bei der BASF absolviert. „Wir haben vieles gemeinsam.“ Beide sind stolz darauf, sich gegenseitig ehrlich kritisieren zu dürfen. Das bereichere ihre Arbeit. „Schon bei der Zeichnung sieht man, ob der Winkel zu hoch ist oder die Perspektive nicht stimmt“, sagt Wetstein. „Wenn man stundenlang an einem Bild malt, verliert man den Überblick. Der andere dagegen sieht gleich, was nicht stimmt.“ Und sie malen nicht nur zusammen, manchmal malen sie auch das gleiche Motiv. Wie das „Ruchheimer Schloss“, das in der Ausstellung an zwei unterschiedlichen Orten hängt. Die Farben seien jeweils etwas anders gemischt, meint Hub. „Außerdem malt er exakter, weil er Grafiker ist.“ Während sie vor Ort malen, erzählen ihnen interessierte Zuschauer oft und gern ihre Geschichten. „Wer wen betrogen hat zum Beispiel. Oder wer wen übers Ohr gehauen hat.“

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