Ludwigshafen „Ein exzellentes Krankenhaus“
In drei Etappen hat das Klinikum Ludwigshafen am Wochenende sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Bei der Ausbildungsmesse und dem Tag der offenen Tür ging es dem zweitgrößten rheinland-pfälzischen Krankenhaus darum, sich als potenzieller Arbeitgeber und mit dem medizinischen Spektrum zu präsentieren. Etappe Nummer drei war ein Festakt: Hier wurden die engen Beziehungen des 1000-Betten-Hauses zu Stadt und BASF hervorgehoben.
Geschäftsführer Hans-Friedrich Günther unterstrich beim Festakt, dass das „Klinikum weit mehr ist als Technik“ – auch wenn Investitionen in diese pro Jahr Millionen kosten und das Krankenhaus daher zu unternehmerischem Denken und Handeln zwingen. Was ihm so am Herzen liegt, sind die gut 2650 Mitarbeiter: „Sie sind unser Kapital, sie bedienen die Geräte und machen Medizin. Danke, Sie machen einen großartigen Job.“ Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) freute sich als Chefin des Aufsichtsrates, dass sich das Geburtstagskind „bester Gesundheit“ erfreue. Die Stadt als Eigentümerin sei stolz auf dieses „hervorragende Haus der Maximalversorgung“. Als Nachbar gratulierte Stefan Lang, Leiter der Arbeitsmedizin bei der BASF. Er erinnerte an den Einfluss des wachsenden Chemiekonzerns auf die Neugründung des Krankenhauses und dessen Weiterentwicklung. Auch heute gebe es viele Verflechtungen: So übernehme das Klinikum die Labor-Analysen aus der BASF. „Unser Verhältnis ist partnerschaftlich und freundschaftlich“, betonte Lang, der das Klinikum als „exzellentes Krankenhaus mit höchsten Standards“ bezeichnete. Herbert Lutz war als Vertreter des 200 niedergelassene Ärzte umfassenden Netzwerks Go-LU beim Festakt. Er skizzierte, wie sich die Zusammenarbeit zwischen stationärer und ambulanter Medizin entwickelt hat. Gemeinsam habe man 2015 auch die Versorgung der vielen Flüchtlinge gemeistert. Das Klinikum sei federführend bei den Röntgenaufnahmen gewesen. „Wir können stolz sein. Wir haben einige Infektionen entdeckt, und es gab hier keine Ausbreitung“, so Lutz. Gemeinsam kooperiere man nun in der Ausbildung der dringend benötigten Allgemeinmediziner. Diese sei auf fünf Jahre angelegt: ein Teil davon bei niedergelassenen Ärzten und ein weiterer im Klinikum. „Das ist wichtig, denn uns droht ein Ärztemangel“, betonte Lutz. Er lobte daher die Bereitschaft des Klinikums, sich auch bei der Ausbildung von Allgemeinmedizinern zu engagieren. Das Stichwort Ausbildung war die Überleitung zu Beatrix Schnitzius, der Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Ludwigshafen. Sie wies auf den hohen Anteil weiblicher Beschäftigter im Gesundheitswesen hin, „weil hier eine hohe Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelebt wird“. Sie warb dafür, dass mehr Männer den Pflegeberuf ergreifen: „Dieser Job bietet Perspektiven und ist sicher.“ Klar sei, dass die Digitalisierung auch die Arbeit im Krankenhaus verändern werde – aber man müsse hier keine Angst haben: „Die Abläufe werden komplexer, aber Technik wird nie den Umgang mit Menschen und den Prozess der Heilung ersetzen“, betonte Schnitzius. Was sie mit dem Berufsfeld Pflege und Medizin meinte, konnte direkt am Freitagabend im Erdgeschoss des Klinikums an mehreren Ständen bei der Ausbildungsmesse erlebt werden. Dieses Angebot und auch den Tag der offenen Tür haben laut Klinikum-Sprecherin Yasemin Böhnke rund 800 Gäste besucht. Sie freute sich über die vielen jungen Menschen, die gemeinsam mit ihren Eltern das Informationsangebot zu Berufen im Gesundheitswesen genutzt hätten. Viele von ihnen seien schon gut informiert in die Bremserstraße gekommen und hätten vor Ort gezielt Auskünfte zur Ausbildung zum Kranken- und Gesundheitspfleger, Operationstechnischen Assistenten oder auch zum Gebäudereiniger gewünscht. „Erste Kontakte konnten geknüpft werden, und auch konkrete Bewerbungen für Schnupperpraktika wurden in Empfang genommen“, so Böhnke. Beim Tag der offenen Tür am Samstag war das Publikum bunt gemischt. Viele ehemalige Patienten haben sich noch mal in Ruhe im Klinikum umgeschaut. Aber auch das Informationsangebot durch Vorträge von Ärzten habe „großen Anklang“ von Neugierigen gefunden, bilanziert Böhnke. Wer sich mal wie ein Chirurg fühlen wollte, durfte sich an einem ausrangierten OP-Roboter ausprobieren. „Unangefochtener Höhepunkt an beiden Tagen waren die Führungen in die Großküche sowie in die Operationssäle. Hier tummelten sich im Schnitt 30 bis 40 Personen pro Führung“, sagt Böhnke. Auch Geschäftsführer Günther ist zufrieden: Das Ziel, den Besuchern mit dem Blick hinter die Kulissen Ängste zu nehmen, sei erreicht worden. „Alle konnten sehen, dass man sich bei uns als Patient in sicheren Händen fühlen kann“, so Günther.