Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Brüderpaar beim ESV Ludwigshafen

Besart Hyseni (unten) kann seine ESV-Tore jetzt mit seinem Bruder Drilon bejubeln.
Besart Hyseni (unten) kann seine ESV-Tore jetzt mit seinem Bruder Drilon bejubeln.

Fritz und Ottmar Walter, Sven und Lars Bender, oder Keven und Nico Schlotterbeck: Sie alle sind Brüder, die zusammen Fußball spielten oder spielen. Seit dieser Spielzeit gibt es auch beim ESV Ludwigshafen aus der Bezirksliga Vorderpfalz ein Brüderpaar.

Lange musste Drilon Hyseni wohl nicht darüber nachdenken, aus der Jugend des LSC zu den „Eisenbahnern“ zu wechseln. Der 18-Jährige sprach zuvor natürlich mit seinem älteren Bruder Besart, der seit seinen Anfängen als Fußballer für den ESV spielt. „Er sprach mir Mut zu, es beim ESV – mit seiner Unterstützung – in der Aktivität zu versuchen. Ich habe darüber nachgedacht – und er ist sicher ein Grund für den Wechsel“, berichtet Drilon.

Doch obwohl sich beide gut kennen, war eine gemeinsame Übungseinheit etwas Besonderes – vor allem für Besart. „Es war schon ein komisches Gefühl, als ich ihn zum ersten Mal im Training gesehen habe“, beschreibt Besart das erste Aufeinandertreffen beim ESV. Mittlerweile habe sich das jedoch gelegt und er könne bereits viele positive Dinge beobachten. „Er hat Qualitäten gezeigt, von denen ich selbst nicht mal wusste. Ich glaube er wird sich gut entwickeln“, lobt der 25-Jährige.

Auch Drilon freut sich darüber, nun mit seinem Bruder gemeinsam aufzulaufen. Als kleines Kind wollte ich mich immer mit ihm messen, so gut sein wie er und etwas von ihm lernen“, sagt der 18-Jährige. Auch heute gehe es ihm noch so, dass er sich Dinge von seinem Bruder abschauen möchte. „Das sind vor allem Eins-gegen-Eins Situationen, in die ich reingehen sollte oder mehr Tricks versuchen. Also mit viel Selbstvertrauen spielen“, erklärt der gelernte Abwehrmann.

In den ersten beiden Ligaspielen agierte Drilon jedoch im rechten, beziehungsweise linken Mittelfeld. „Die Position gefällt mir, da ich mein Tempo gut ausspielen konnte“, berichtet Drilon. Aber auch seine eigentlich angestammte Position als Innenverteidiger will er nicht missen. „Ich mag es, Gegenspieler zu verteidigen. Das Gefühl, ein Tor zu verhindern, ist ein ebenso schönes, wie selbst eines zu erzielen“, sagt der jüngere der beiden Brüder.

Tore erzielen gehört eher zu den Aufgaben von Besart. Seit der vergangenen Spielzeit darf der Torjäger beim ESV wieder offensiver agieren. „Ich war schon immer ein purer Offensivspieler, doch unser System damals ließ es nicht zu“, berichtet Besart. Dementsprechend ist auch seine Zielsetzung klar. Zweistellig möchte der zweitbeste ESV-Torjäger der vergangenen Saison treffen.

Beide Brüder treffen im ersten Saisonspiel

Er legte auch gleich gut los. Bereits in der ersten Partie gegen den FVP Maximiliansau traf er beim 4:2-Sieg doppelt, sein Bruder einmal. „Das war ein souveräner Sieg, der vielleicht fünf Minuten gefährdet war“, erinnert sich Besart. Im anschließenden Heimspiel gegen Haßloch sei die 2:4-Niederlage indes verdient gewesen, sind sich die Brüder einig.

Doch wie einig sind sich die Brüder auf dem Spielfeld? „Im Spiel ist er ein Mitspieler und da behandle ich ihn wie jeden anderen. Vielleicht ist es sogar besser, wenn er weiter weg von mir spielt, dann kann ich ihn nicht anmeckern“, sagt Besart und lacht. In den vergangenen Begegnungen spielten sie zusammen im Mittelfeld. Besart musste jedoch etwas defensiver agieren, da gleich mehrere Mitspieler ausgefallen waren.

In Zukunft will er wieder neben oder vor seinem Bruder agieren – in der Offensive. Ähnlich also wie ein bekanntes Brüderpaar aus Belgien: Eden und Thorgan Hazard. „Sie sind das einzige Brüderpaar, welches zu uns passen würde“, ist sich Besart sicher. Zusammen spielten die beiden jedoch hauptsächlich in der Nationalmannschaft für Belgien. In einem Klub haben sie fast nie gemeinsam auf dem Feld gestanden. Das haben die Hysenis ihnen schonmal voraus.

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