Ludwigshafen Eigener Schrebergarten für Ludwigshafener Werkstätten
Seit gut einem Jahr pflegen die Ludwigshafener Werkstätten einen Schrebergarten in der Siedlergemeinschaft BASF Notwende. In der Gartenanlage haben sich bereits viele schöne Begegnungen ergeben.
Von Montag bis Freitag betreut die Ludwigshafener Tagesförderstätte tagsüber geistig und körperlich Beeinträchtigte und bietet ihren Besuchern eine Vielzahl an Aktivitäten an. Neben einer Trommelgruppe gibt es etwa eine Tanz-, eine Koch- und eine Backgruppe. Ausflüge führen öfters ins Kino oder zum Reiten.
Mit einem Schrebergarten startet die Tagesförderstätte nun ein neues Projekt. Bereitgestellt wird die Parzelle, eine von insgesamt 87, von der Siedlergemeinschaft. In den 30er-Jahren ist die Gemeinschaft in der Notwende aus einer Wohnungsnot heraus entstanden. Die Kleingärten dienten damals der Selbstversorgung. Heutzutage würden die Gärten insbesondere dem Zweck der Erholung und Begegnung dienen, erklärt Mirko Bock, stellvertrtender Vorsitzender der Siedlergemeinschaft BASF Notwende und Zuständiger für die Kleingartenanlagen.
Tomaten, Gurken und Saft
Davon profitieren nun auch die Mitarbeiter und Besucher der Ludwigshafener Werkstätten, denen sonst kaum Grünfläche zur Verfügung steht. Insgesamt fünf Besucher und drei Mitarbeiter bringen den Schrebergarten jeden Freitag wieder „auf Vordermann“, fügt Aline Theis von der Tagesförderstätte hinzu. Neben kehren, Rasen mähen und Unkraut rupfen baut die Gruppe auch Tomaten oder Gurken an. Aus den Früchten der Apfelbäume wird eigener Saft hergestellt. Aktuell ist zudem ein Kräuter-Hochbeet geplant.
In der Gartenanlage komme es immer wieder zu freundlichen Kontakten zwischen den Besuchern der Werkstätten, Anwohnern und Kindern. Bock beschreibt die neue Nachbarschaft als eine „schöne Symbiose“, von der die Tagesfördergruppe genauso profitiere wie die Siedler. Berührungsängste würden abgebaut, die Integration der behinderten Hobbygärtner werde durch das Projekt erleichtert und zugleich ein Statement gesetzt, findet er. „Im ganzen Leben habe ich noch nie so viel Herzlichkeit erlebt“, berichtet er von herzerwärmenden Kontakten. Im Grünen in der Notwende herrsche „Lebensfreude pur“.