HANDBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Durak wähnt sich im falschen Film

Nervenstärke: Pascal Durak verwandelte bei 22:26-Niederlage in Bietigheim zwei seiner drei Strafwürfe. Der Eulen-Rechtsaußen kam
Nervenstärke: Pascal Durak verwandelte bei 22:26-Niederlage in Bietigheim zwei seiner drei Strafwürfe. Der Eulen-Rechtsaußen kam bei seinem Ex-Klub insgesamt auf vier Treffer.

Rechtsaußen Pascal Durak ist einer der Aktivposten der Eulen Ludwigshafen beim Spiel in Bietigheim. Nach rund siebenmonatiger Pause wegen Verletzung spielt der 29-Jährige erstmals wieder eine Halbzeit durch. Und ist dennoch frustriert.

In Coburg saß er noch auf der Bank, im Heimspiel gegen Rimpar kam er vereinzelt aufs Feld, am Dienstagabend spielte er in der Ege-Trans-Arena in Bietigheim-Bissingen die komplette zweite Halbzeit durch. „Ich habe mich super gefühlt, hatte keine Luftprobleme. Auch heute geht’s mir super“, schildert der Rechtsaußen sein körperliches Empfinden am Tag nach dem Spiel. Das hatte er sogar ein bisschen anders erwartet. Denn „im Heimspiel gegen Rimpar war die Wettkampfbelastung für mich unfassbar ungewohnt. Das war sehr anstrengend“, meint er rückblickend.

Endlich beschwerdefrei

„Ich bin einfach froh, dass ich keine Beschwerden habe und ins Alltagsgeschehen und im Wettkampf wieder eingreifen kann. Das ist schön“, sagt Durak, der seit dem ersten Spieltag wegen einer Hüftverletzung und einer Knochenhautentzündung ausfiel. In Bietigheim musste er schon nach zwei Minuten kalt von der Bank aufs Spielfeld, um den ersten Strafwurf für die Eulen zu verwandeln. „Anfangs haben wir ja noch mitgehalten, aber das war auch da schon nicht optimal. Von den ersten sechs Gegentoren bekommen wir vier über Kreisanspiele, dazu noch Siebenmeter gegen uns“, analysiert er die schwache erste Hälfte der Eulen bei seinem Ex-Klub, bei dem er als junger Kerl mit 19 Jahren mal für eine Saison spielte.

„Es war fast der gleiche Film wie vor Jahren mal in der Ersten Liga in Bietigheim. Da haben wir auch zur Pause mit zehn Toren hinten gelegen. Und konnten’s dann nicht mehr drehen“, erinnert er sich ungern. Die Bietigheimer hätten diesmal die besten Eulen-Torschützen Hendrik Wagner und Stefan Salger bis zur Halbzeit gut aus dem Spiel genommen. „Wir haben zwar die Qualität, dann andere Lösungen im Angriff zu finden, haben das vor der Pause aber nicht gemacht“, moniert er.

„Wir haben so viel Qualität im Kader. Es ist unfassbar schade, wie wir uns in der Phase präsentiert haben. Je mehr ich darüber nachdenke, umso frustrierender ist es“, stellt er fest. Ein bisschen sehnt er sich da nach alten Zweitliga-Zeiten, in denen die Eulen ein Spiel auch mal von vorne bis hinten dominierten. Er selbst traf zweimal von Rechtsaußen, verwandelte noch einen Siebenmeter, scheiterte mit einem weiteren.

Mal wieder selbst belohnen

In der zweiten Halbzeit zeigten die Eulen am Dienstag eine tolle Moral, kämpften sich heran, hatten mehrmals die Chance zum Ausgleich. „Und dann haben wir wieder unfassbar beschissene Fehler gemacht. Wir arbeiten so viel und belohnen uns nicht. Der Ausfall von Klimo war entscheidend“, sagt er mit Blick auf Christian Klimeks Rote Karte (40.) und dessen Fehlen in der Abwehr. Es habe dann noch viel gefehlt, um am Ende zu gewinnen, findet Durak, der gerade auf eine Bestätigung seiner Uni wartet, damit er endlich sein dreimonatiges Praktikum bei einem Online-Händler beginnen kann. „Hoffentlich kann ich nächste Woche anfangen“, sagt er.

„In der zweiten Halbzeit haben wir wieder gezeigt, wie wir Handball spielen können. Wir haben mit Bereitschaft, Härte und vielen Emotionen gespielt. So muss das auch am Sonntag in Dresden sein“, fordert Durak vor dem Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz. „Wir müssen uns mal wieder selbst beweisen, dass wir es können.“

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