Mannheim
Drogen untergeschoben? Anklage gegen Polizisten
Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen einen Polizisten des Präsidiums Mannheim wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger Anklage beim Amtsgericht erhoben. Dem Beamten wird vorgeworfen, einem Mann Drogen untergeschoben zu haben.
Der Vorfall ereignete sich einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft und des Präsidiums zufolge bereits am 28. März 2024. Damals wurde ein Mann während eines Einsatzes kontrolliert und wegen eines bestehenden Haftbefehls in Gewahrsam genommen. Im Verlauf der polizeilichen Maßnahmen soll der Polizeibeamte den sichergestellten Gegenständen des Mannes fünf Päckchen Marihuana hinzugefügt haben. Den angeblichen Fund des Marihuanas soll er anschließend der Staatsanwaltschaft gemeldet haben, um auf diesem Wege eine Durchsuchungsanordnung für die Wohnung des Mannes zu erhalten. Zudem soll er auf zwei bei der Kontrolle beteiligte Kollegen eingewirkt und versucht haben, diese dazu zu bewegen, den angeblichen Fund des Marihuanas in ihren polizeilichen Vermerken festzuhalten.
Verhandlungstermine im November und Dezember
Nach dem Bekanntwerden des Sachverhalts wurden strafrechtliche Ermittlungen sowie ein Disziplinarverfahren durch das Polizeipräsidium Mannheim eingeleitet. Der Polizeibeamte befindet sich derzeit nicht im Dienst.
Die Anklage der Staatsanwaltschaft wurde durch das Amtsgericht zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Hauptverhandlungstermine sind für 26. November und 10. Dezember, jeweils 9 Uhr, bestimmt.