Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drei Nachwuchsspieler träumen von der Zweiten Liga mit den Eulen Ludwigshafen

Marc Eisel hat eine gute Entwicklung genommen.
Marc Eisel hat eine gute Entwicklung genommen.

Die Handballer Jan Waldgenbach, Marc Robin Eisel und Tim Schaller haben sich in der Dritten Liga bewährt. Jetzt soll der nächste Karriereschritt folgen. Deshalb haben sie sich dem HLZ Friesenheim/Hochdorf und der HG Oftersheim/Schwetzingen angeschlossen. Außerdem haben sie ein Zweitspielrecht bei Zweitligist Eulen Ludwigshafen.

Sie haben ein gemeinsames Ziel. Marc Robin Eisel und Tim Schaller, zuletzt beim SV 64 Zweibrücken in der Dritten Liga am Ball, und Jan Waldgenbach von Drittligist HSG Wetzlar II, wollen eine Stufe höher kommen. Die Zweite Liga haben sie im Visier und wollen sich dort etablieren. Diese Chance haben sie von den Eulen Ludwigshafen erhalten. Deshalb haben die beiden Saarländer Eisel und Schaller ihre Heimat Homburg und St. Ingbert ebenso verlassen wie Waldgenbach seinen Heimatort Vallendar. Ihr neuer Lebensmittelpunkt ist Ludwigshafen. Bei den Eulen trainieren sie, wollen Spielanteile erhalten und sich empfehlen. „Das sind gute Jungs, sie sind fleißig, man spürt, dass sie den Weg gehen wollen“, lobt Eulen-Trainer Ceven Klatt seine jüngsten Spieler.

Den größten Schritt dürfte Ex-U19-Nationalspieler Marc Robin Eisel in den letzten Wochen gemacht haben. „Ich wurde hier sehr gut aufgenommen und ich habe richtig Lust bei den Eulen zu spielen“, erklärt Eisel. Der 22-jährige und 1,90 Meter große Rückraumspieler durfte bei allen Testspielen ran und war beim Trainingslager in Hopfgarten im Brixental mit von der Partie. „Er macht seine Sache richtig gut“, urteilt Klatt. Eisel war in der Partie gegen Handball Tirol mit sieben Treffern der erfolgreichste Torschütze. Der Student der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Kaiserslautern, der mit seiner Freundin Lucy Krein in Mundenheim eine Wohnung gefunden hat, gilt ohnehin als Perspektivspieler. Im linken Rückraum gehört ihm − auch mit Blick auf den Weggang von Hendrik Wagner in einem Jahr und das Alter von Kapitän Gunnar Dietrich – die Zukunft. „Darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Wichtig ist, dass ich Spielanteile bekomme und mich zeigen darf“, sagt Eisel, der für eine Spielzeit beim HLZ Friesenheim/Hochdorf unter Vertrag steht. Das Zweitspielrecht bei den Eulen soll für ihn der Türöffner für die nächsten Jahre sein.

Konkurrenz im Rückraum

Dieses Ziel hat auch Jan Waldgenbach. Der gebürtige Vallendarer, der mit 15 Jahren das Rheinland verließ, um in der Talentschmiede der HSG Wetzlar zu reifen, ist wie einst sein Bruder Torben in die Pfalz gekommen. Der 20-Jährige, der es in die U19-Nationalmannschaft geschafft hatte, gilt als eines der wenigen Talenten seines Jahrgangs im rechten Rückraum. Nach fast drei Jahren in der Dritten Liga suchte der 1,86 große und 95 Kilogramm schwere Linkshänder eine neue Herausforderung. Björn Friedrich, der Coach des HLZ, hatte ihn schon länger im Visier. Das Projekt mit der Kooperation der beiden Vereine TSG Friesenheim und TV Hochdorf hatte ihm Christian Deller, der Chef des TV Hochdorf, schmackhaft gemacht. „Da ist Mentalität gefragt, die Spielidee gefällt mir“, begründet Waldgenbach seine Zusage. Der Vertrag läuft vorerst für ein Jahr. Waldgenbach, der Lehramt an der Uni Landau studiert und in Böhl-Iggelheim lebt, schätzt seine Möglichkeiten realistisch ein. „Die Chance in der Zweiten Liga spielen zu können, sind aktuell bei drei Spielern im rechten Rückraum eher gering. Aber ich versuche, mich reinzuhängen und anzubieten“, betont Waldgenbach. Stefan Salger, Jannek Klein und Yessine Meddeb sind seine Konkurrenten.

Von Zweibrücken ins HLZ

Der Traum von der Bundesliga ist auch die Triebfeder für Tim Schaller. Der 22-Jährige, der in der C-Jugend von St. Ingbert zum SV 64 Zweibrücken wechselte, hat den Konkurrenzkampf auf der linken Außenposition befeuert. Beim Benefizspiel gegen die HSG Krefeld-Niederrhein und dem Layenberger-Cup in Dansenberg zählte der Saarländer zum Eulen-Kader und ließ seine Torgefährlichkeit aufblitzen. Schaller hat angedeutet, dass er auf jede Spielminute heiß ist. „Die Kombination von Spielpraxis bei der HG und viele Trainingseinheiten, auch bei den Eulen, ist ideal für mich“, sagte Schaller. Jeden Tag trainieren zu können, sei cool. Der 22-Jährige hat bei der HG Oftersheim/Schwetzingen ein Erstspielrecht und trifft in der Dritten Liga im Spiel gegen das HLZ auf seine Kameraden Eisel und Waldgenbach. Schaller ist in Mannheim-Friedrichsfeld heimisch geworden und studiert an der Hochschule Mannheim Maschinenbau.

„Jeder soll seine Rolle haben und Teil der Mannschaft sein“, so Klatt. Das sei wichtig, um in einer langen Saison auf jeden Spieler zurückgreifen zu können. Klatt sieht sich mit den Trainern Frank Schmitt bei der HG Oftersheim/Schwetzingen und Friedrich beim HLZ Friesenheim/Hochdorf gut vernetzt. Froh über die drei neuen Talente ist auch Eulen-Geschäftsführerin Lisa Heßler. Denn der Nachwuchs zählt zur Philosophie der Eulen. „Es ist wichtig, auch nach rechts und links zu schauen und neue Wege zu gehen“, sagt Heßler. Neben dem Trio haben die Eulen auch Leon Hoblaj mit einem Doppelspielrecht beim HLZ ausgestattet. Damit unterstreichen sie, dass sie der Ausbildung von Talenten weiterhin treu bleiben.

Stammt aus Vallendar: Jan Waldgenbach Foto:
Stammt aus Vallendar: Jan Waldgenbach Foto:
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