Ludwigshafen Dramatische Akzente
Mit einem Konzert ist der Komponist und langjährige Mannheimer Hochschulprofessor Peter Michael Braun nachträglich zu seinem 80. Geburtstag gefeiert worden. Im Mannheimer Dalberghaus zu hören waren Werke des Jubilars selbst, von Bach, Mozart und Frank Martin. Mitwirkende waren Heike Theresa Terjung (Mezzosopran, Joachim Schmitz (Flöte) und die beiden Pianisten Jan Roelof Wolthuis und Wolfgang Müller-Steinbach.
Von Peter Michael Brauns so gut wie alle Musikgattungen erfassendem Oeuvre wurde dieses Mal seine Kammermusik beleuchtet. Die aufgeführten Kompositionen spiegelten eindeutig die ars poetica ihres Schöpfers, die er auch in mehreren Schriften zur Musikästhetik rigoros vertritt. Bekanntlich setzt der in Wuppertal geborene Komponist nach seinen streng avantgardistischen Anfängen mittlerweile auf die Kontinuität der Tradition. Sein Ideal ist eine Neue Musik, die keine Brücken abbricht und auch tonale harmonische und melodische Elemente mit einbezieht. Ebenfalls wird dabei Emotionalität keineswegs geleugnet und der Kommunikation mit dem Zuhörer zentrale Bedeutung zugemessen. In den kurzen Einführungen, die er bei dem Konzert zu seinen Kompositionen gab, sprach Braun unter anderem von seiner großen Wertschätzung für Debussy und seiner Affinität zu dessen Musik und den französischen Anregungen während seiner Studienaufenthalte in Paris. Sie sind denn auch unüberhörbar präsent in „Arc-en ciel“ (Regenbogen), Brauns Solostück für Altflöte und in einem Duo für Flöte und Klavier nach Szenen seiner Oper „Die schöne Lau“ (nach Mörike). Ersteres Werk, auch eine Art Huldigung an die weibliche Hauptgestalt von Debussys Oper „Pelléas und Mélisande“, gefiel durch feine Klanglichkeit und melodischen Reiz, während das elegant und sinnfällig konzipierte Duo für Klavier und Flöten, mit Anklängen an Debussys Klaviersprache, durch seinen Stimmungsgehalt beeindruckte. Das Stück ist zudem ein ausgesprochener Virtuosenstreich, den Joachim Schmitz, früherer langjähriger Soloflötist der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, und der Frankenthaler Komponist, Pianist und ehemaliger Mannheimer Musikhochschuldozent Wolfgang Müller-Steinbach beim Konzert überaus brillant darstellten. Als Instrumentalisten von bemerkenswertem Format und Musiker von unbestechlicher stilistischer Kompetenz erwiesen sich beide Instrumentalisten auch zu Beginn des Konzerts bei Bachs h-Moll-Sonate und der Ballade für Flöte und Klavier von Frank Martin, Brauns „wichtigstem Lehrer“, wie der Komponist betonte. Als weiteren Fixstern an seinem musikalischen Himmel neben Bach und Debussy nannte Braun Mozart. Für den Salzburger war diesmal das Duo Heike Theresa Terjung und Jan Roelof Wolthuis zuständig, das drei Lieder von ihm kultiviert und einfühlsam vortrug. Besonders ansprechende Akzente setzten die beiden in „Abendempfindung an Laura“. Auch hatten Sängerin und Pianist mit vorzüglichen Wiedergaben von Brauns „Hymne“ und „Licht und Ton“ aufgewartet, einer Komposition, die durch ausladenden Gestus, emphatischen Tonfall und gelegentliche dramatisch anmutende Akzente gefiel.