Leute in LU RHEINPFALZ Plus Artikel Dienst am Nächsten: Daniel Brosch wird Diakon

Daniel Brosch hat im Zivildienst festgestellt, dass es ihm Freude bereitet, älteren und behinderten Menschen zu helfen.
Daniel Brosch hat im Zivildienst festgestellt, dass es ihm Freude bereitet, älteren und behinderten Menschen zu helfen.

Menschen dabei zu helfen, ihren Glauben und den Sinn des Lebens zu finden, das nennt Daniel Brosch als Ziel seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Vor Kurzem ist der 49-Jährige im Speyerer Dom zum Ständigen Diakon geweiht worden. Sein Einsatzgebiet ist Mundenheim und die südliche Innenstadt.

Von 6.30 Uhr morgens bis 16 Uhr am Nachmittag kümmert sich Daniel Brosch im Hauptberuf als Industriemeister bei der BASF um die Wasserversorgung. Die ehrenamtliche Arbeit als Diakon werde daher künftig vor allem an den Wochenenden stattfinden, erklärt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Aus diesem Grund könne er unter der Woche keine Begräbnisse und Trauerfeiern übernehmen. Obwohl diese wie Taufen, Hochzeiten oder der liturgische Dienst bei Messen und Wortgottesdiensten mit Predigt, Lesung und Segnung zu seinen Aufgaben gehörten. Die Beichte dürfe er nicht abnehmen, weil er keine Absolution erteilen könne.

Brosch lebt in der Gartenstadt, seine Heimatgemeinde ist die Pfarrei Heilige Katharina von Siena. Sein künftiges Einsatzgebiet als Diakon werde jedoch die Pfarrei Heiliger Petrus und Paulus in Mundenheim und der südlichen Innenstadt sein, erläutert der 49-Jährige.

Großer Gesprächsbedarf

„Am 3. November ist dort meine offizielle Einführung, dann geht es richtig los“, sagt Brosch und ergänzt mit Blick auf künftige Herausforderungen: „Ich lasse mich überraschen und bin gespannt.“ Pfarrer Alban Meißner und das dortige Team habe er schon kennengelernt. Die restlichen Tage bis zu seiner Einführung wolle er nutzen, um die Pfarrei besser kennenzulernen. Zurzeit überlege das Pastoralteam noch, welche Einsatzbereiche er übernehmen könne. Er wolle Menschen helfen, zum Glauben zu finden und damit auch den Sinn des Lebens, nennt der 49-Jährige seine Motivation. Er spüre bei vielen, insbesondere bei älteren Menschen, einen großen Gesprächsbedarf.

Seine Entscheidung, Diakon zu werden, sei über viele Jahre gereift. Er sei von klein auf eng in der katholischen Kirche verwurzelt, erzählt Brosch. „Schon mit acht Jahren habe ich in Polen als Messdiener angefangen.“ Als 16-Jähriger sei er mit seiner Familie nach Mannheim übergesiedelt. Dort habe er in der Spittalkirche in E6 als Messdiener geholfen, später dann seine Berufsausbildung abgeschlossen und geheiratet. Gemeinsam mit seiner ebenfalls aus Polen stammenden Frau habe er neben dem Beruf ein Studium zum Familienberater absolviert. Zusammen hätten sie sich in der polnischen Mission in Mannheim engagiert, berichtet Brosch. Als Kommunionhelfer habe er die Eucharistie zu Kranken bringen dürfen und dabei viele wertvolle Gespräche geführt.

Als Zivildienstleistender habe er im Behindertenfahrdienst gearbeitet und dabei festgestellt, dass es ihm Freude bereite, älteren und behinderten Menschen zu helfen. Diese Erlebnisse hätten ihn in seinem Wunsch bestärkt, ein Leben im Dienst am Nächsten zu führen und die Ausbildung zum Diakon zu beginnen. Im Jahr 2020 habe er dann bei der Diözese Speyer angefragt, ob er Diakon werden dürfe. Dem sei zugestimmt worden. Dass er zuvor schon verheiratet war, sei kein Hindernis gewesen, erzählt der 49-Jährige.

Theologiestudium „light“

Die folgende Ausbildung zum Diakon mit einem Fernkurs an der kirchlichen Hochschule in Würzburg sei eine Art Theologiestudium „light“ gewesen und habe vier Jahre gedauert. Seit 20 Jahren wohne und lebe er mit seiner Frau und zwei Töchtern in der Ludwigshafener Gartenstadt. Hier fühle er sich sehr wohl. An erster Stelle stehe für ihn seine Familie. In der Freizeit gehe er auch gerne wandern oder arbeite im Garten. Sein eigentliches Hobby sei jedoch die Kirche, erzählt Daniel Brosch. „Ich habe die Einsamkeit älterer Menschen kennengelernt. Der Gesprächsbedarf nimmt zu. Viele wollen einfach reden“, hat er beobachtet. „Ich will mir Zeit nehmen und ihnen zuhören.“

Zu seinen Aufgaben gehöre auch die Seelsorge. Hier unterliege er der Schweigepflicht, wie er betont. Gerne werde er auch Aufgaben in der Familienberatung übernehmen, wo er über Erfahrungen verfüge. „Hier ist Hilfe zur Selbsthilfe gefragt. Man muss die Menschen dahin lenken, ihre Probleme selbst zu lösen.“ An solchen Aufgaben und Einsatzmöglichkeiten dürfte es für ihn in Mundenheim und der südlichen Innenstadt nicht mangeln.

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