Ludwigshafen „Die Sopranos“ und die Folgen

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Das Filmfestival in Mannheim und Heidelberg ist erstmals auch ein Serienfestival. Im neu geschaffenen „Wettbewerb Internationale Serien“ konkurrieren acht Mehrteiler, die für das Fernsehen oder das Internet konzipiert wurden, um den New Creators Award. Verantwortlich für die Reihe ist der 40-jährige Kölner Fachjournalist Torsten Zarges.

„In anderen europäischen Ländern gibt es reine Serienfestivals, und es gibt, besonders seit letztem Jahr, auch das eine oder andere deutsche Filmfestival, das zusätzlich noch ein paar Serien zeigt“, erläutert Zarges, „aber das, was wir jetzt hier machen, hat in dieser Form noch kein anderes Festival in Deutschland oder in Europa gemacht.“ Filme und Serien seien doch lediglich verschiedene Formen, Geschichten zu erzählen, meint der Medienexperte. „Beide haben ihre Berechtigung, und beide können kreativ, anspruchsvoll, spannend und gut gemacht sein.“ Weil die Formate so eng zusammengehörten, sei es im Interesse des Publikums wie der Macher richtig, dass Filme und Serien sich auf Augenhöhe begegneten. „Diese beiden Welten zu separieren und in jeweils eigenständigen Festivals zu zeigen, ist nur die zweitbeste Lösung.“ Die Besonderheit des Serienwettbewerbs innerhalb des etablierten Mannheim-Heidelberger Festivals bestehe nun darin, dass die Mehrteiler hier einerseits voll integriert seien und andererseits in einer dem Filmwettbewerb ebenbürtigen Reihe laufen, in der zudem eine eigene Auszeichnung vergeben werde. Den Impuls, neben Filmen nun auch Serien zu berücksichtigen, habe ihm der aus Mannheim stammende TV-Produzent und Intendant der Wormser Nibelungenfestspiele Nico Hofmann gegeben, berichtet Zarges. „Das Festival hat mich Anfang des Jahres gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, das umzusetzen und als Kurator zu leiten“, erzählt er. Als Chefreporter des Medienmagazins „DWDL“ und Betreiber einer Fortbildungseinrichtung für die Branche, der „Zarges creative talent connection“, bringt er dafür geeignete Voraussetzungen mit. „Ich bin grundsätzlich relativ gut auf dem Laufenden, was so international passiert, auch über das, was erst in der Entwicklung ist“, sagt Zarges über sich selbst. Der aktuelle Boom der Fernsehserien gehe zurück auf US-amerikanische Qualitäts-Produktionen wie „Die Sopranos“ und „The Wire“, beide aus der Schmiede des New Yorker Pay-TV-Senders HBO. „Das war weltweit die Geburtsstunde der neuen, modernen Serien“, meint Zarges. „Auch hier in Deutschland merken wir, dass das Bedürfnis nach hochwertigen Serien, die horizontal durcherzählt sind und nicht episodisch abgeschlossene Fälle haben, in den letzten Jahren gestiegen ist.“ Um die acht brandneuen Produktionen aufzuspüren, die nun in Mannheim und Heidelberg vorgestellt werden, hat Zarges recherchiert, was derzeit weltweit an spannenden Projekten entsteht. „Ich habe danach Ausschau gehalten, wo Creators und Autoren mit ihren eigenen Stimmen Geschichten erzählen und wo eine hohe Originalität entweder in der Story oder in der visuellen Umsetzung geboten wird“, erklärt er. Mit einem australischen Sozialdrama („The Principal“), einer Schweizer Mystery-Serie („Anomalia“), schwedischer Comedy („Boy Machine“), deutscher Satire („Familie Braun“) sowie Thrillern aus Dänemark, Kanada und Norwegen hat er dazu besonderen Wert auf Vielfalt gelegt. Die Eintrittspreise für den Serienwettbewerb wurden mittlerweile geändert. Die Besucher des Festivals können nun drei Serienfolgen zum Preis von einer kennenlernen. Bereits gekaufte Tickets können an den Festivalkassen eingetauscht werden. Der New Creators Award wird am kommenden Samstag im Mannheimer Stadthaus N1 verliehen.

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