Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Die Situation ist dringlich und ernst zu nehmen“

Michael Biegler (links), Trainer der Eulen, hat erhöhten Redebedarf – mit Assistent Frank Müller und Geschäftsführerin Lisa Heßl
Michael Biegler (links), Trainer der Eulen, hat erhöhten Redebedarf – mit Assistent Frank Müller und Geschäftsführerin Lisa Heßler.

Die Lage bei den Eulen Ludwigshafen spitzt sich nach der 32:21-Niederlage am Samstagabend beim VfL Gummersbach zu. Das Wort Abstiegskampf ist nicht tabu. Geschäftsführerin Lisa Heßler sagt, was sie von der Mannschaft und von Trainer Michael Biegler erwartet.

Für Marc-Robin Eisel gab es am Samstag auch eine gute Nachricht. Der Mittelmann der Eulen Ludwigshafen sagte nach der Niederlage in Gummersbach, dass er zweimal gegen den Abstieg spielen muss – mit der Zweitliga-Mannschaft und der Reserve, der HSG Friesenheim-Hochdorf in der Dritten Liga. Doch die HSG hat den Klassenverbleib geschafft. Der SV 64 Zweibrücken muss in die Oberliga.

Ein Abstiegsgespenst geistert also noch umher. „Es ist eine Situation, die keiner so erwartet hat“, gibt Eisel zu: „Die Art und Weise, wie wir in Gummersbach aufgetreten sind, war katastrophal.“

In Gummersbach mussten die Eulen auf Rechtsaußen Alexander Falk und Torwart Ziga Urbic verzichten – beide grippaler Infekt. Christian Klimek wurde am Donnerstag an der Leiste operiert. Der Eingriff war erfolgreich. Die Saison ist aber für den Kreisläufer beendet.

Das erleichtert die Situation für Trainer Michael Biegler nicht unbedingt. Denn er muss Akteure an den Kreis beordern, die eigentlich woanders spielen sollen. So turnte zeitweise Veit Schlafmann in Gummersbach am Kreis herum. „Es kann sein, dass ich ihn in Hüttenberg am Mittwoch im Rückraum rechts brauche, weil Yessine Meddeb angeschlagen ist. Er musste deshalb früh raus in Gummersbach“, sagt Biegler.

Lisa Heßler stellt Trainer nicht infrage

Michael Bieglers Mission bei den Eulen Ludwigshafen gestaltet sich zunehmend als nervenzehrend. Er kam, um Reparaturarbeiten zu erledigen. In der Kürze der Zeit wird und kann dem erfahrenen Coach das nicht gelingen. „Die Baustelle im Angriff bekommt man nicht repariert, denn wir lassen die Chancen, die wir uns erarbeiten, zu oft liegen“, sagt Biegler. Er redet viel in der Zeit, in der er nun in Ludwigshafen ist. Am Samstag unterhielt er sich mit Geschäftsführerin Lisa Heßler auf der Rückfahrt intensiv. „Wir sind besser, als wir uns darstellen. Aber der Abstiegskampf bedarf eines ganz speziellen Anforderungsprofils. Dem müssen wir uns stellen und anders agieren“, betont Biegler.

Lisa Heßler ist ob der Bilanz von Biegler nicht bange. Sechs Spiele: fünf Niederlagen, ein Sieg. „Er tut uns mit seiner Erfahrung gut. Das Ergebnis auf dem Platz spiegelt nicht wider, mit wie viel Enthusiasmus und Hingabe er den Einsatz vorlebt“, sagt Heßler und betont: „Michael Biegler nimmt das Wort Abstiegskampf sehr zu Recht in den Mund. Die Situation ist dringlich und ernst zu nehmen.“

Heßler stellt den Trainer keineswegs infrage. „Ich habe mir die Arbeit mit ihm genauso vorgestellt. Er lebt Handball. Er ist sehr kompetent in der Analyse und Weitergabe. Er ist sehr differenziert in der Analyse. Hinter allem ist ein Plan. Nur gelingt uns die Umsetzung nicht“, sagt Heßler. Sie fragt sich deshalb: „Wie können wir noch zehn Prozentpunkte mehr herausholen?“

Das Wort Hoffnung spielt für sie dabei keine Rolle. „Hoffnung ist nicht das richtige Wort, sondern wir erwarten Überzeugung, mit der wir in die kommenden Spiele gehen wollen“, betont die Geschäftsführerin. „Wir sind in der Bringschuld.“

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