Ludwigshafen Die Schritte sitzen

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Ludwigshafen/ Mutterstadt. So ein Abschlussball ist eine aufregende Sache und braucht einiges an Vorbereitung. Sowohl bei den Veranstaltern als auch bei den Teilnehmern. Und manchmal kommt trotz aller Planungen noch Unvorhergesehenes dazu. Vergangenen Samstag hatte die Tanzschule Nagel zum Ball geladen, 60 junge Tanzpaare und 340 Gäste waren der Einladung in den Pfalzbau gefolgt.

Lange haben die jungen Tänzer auf den großen Tag hingefiebert. Charlotte und Melissa waren zwei von ihnen. Im Kindergarten waren sie gute Freundinnen, verloren sich in der Grundschule etwas aus den Augen und hatten in den letzten Jahren eigentlich gar keinen Kontakt. Der Zufall wollte es, dass sie sich zur gleichen Tanzstunde anmeldeten und nach anfänglichen Erkennungsschwierigkeiten bemerkten, dass sie sich immer noch richtig gut verstehen. So quasselten sie gut gelaunt nach der wöchentlichen Tanzstunde im elterlichen Auto, bis dem Fahrer die Ohren glühten, und das Thema Abschlussball stand bald auf ihrer Agenda. Die Vorbereitungen liefen, das Abschlussballkleid wurde gekauft, Friseurtermine vereinbart. Am Freitagabend vor dem großen Ereignis dann die Generalprobe. Eingeteilt in die Gruppen A1, A2, B1 und B2 wurde die Polonaise einstudiert, die endet bei der Tanzschule Nagel traditionell mit dem St. Bernhard-Walzer. Melissas Schwester hatte ihr erzählt, dass bei deren Abschlussball der Ablauf durcheinander geraten war und sie am Ende beim falschen Tanzpartner gelandet war. Aber das habe keiner gemerkt. Also, locker bleiben. Dann kam der Samstag. Während Melissa mit dem Lockenstab vor dem Spiegel stand, kam der aufgeregte Anruf von Charlotte: Beim Hip Hop Training war sie gefallen, saß im ärztlichen Notdienst, sei aber schon beim Friseur gewesen. Die Planung, wer wann abends zum Ball fährt, war erst mal Makulatur. Was genau passiert war, blieb im Dunkeln. Hatte sich Charlotte den Fuß gebrochen? Dann wären alle Vorbereitungen umsonst gewesen. Zwei Stunden später der erlösende Anruf: nur ein gebrochener Finger. Gelitten wurde am Abend trotzdem ein wenig. Schließlich sind die jugendlichen Füße eher Turnschuhe gewöhnt. Getanzt wird dennoch in der Disco im Foyer oder zur Musik der Twins Band im Ballsaal und geklappt hat auch alles: die Polonaise mitsamt St. Bernhard-Walzer mit dem richtigen Tanzpartner, die Vortanzrunden und der Tanz mit dem Papa. Pausieren konnten die Nachwuchstänzer bei den Vorführungen der Hip-Hop- und der Linedance-Gruppen. Der West Coast Swing einer befreundeten Tanzschule gefiel besonders gut, weil der so locker getanzt aussieht und bei den Latino-Tänzern Michaela Beck und Philipp Reischenbach vom Tanzcasino Fohlenweide staunten die beiden Mädchen und stellten fest: Es gibt da noch ein paar Figuren, die sie lernen könnten. Um 1 Uhr wurde dann das elegante Outfit gegen Jeans getauscht, die Eltern wurden ins Bett geschickt und das Feiern ging bei der After Ball Party in der Tanzschule bis in die frühen Morgenstunden weiter. Ein Abend, wie er sich beim großen Tanzball einfach gehört. |uln

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