Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Die Meinung aus Ludwigshafen: Veranstalter Okken über die Messe „Rhein-Neckar Creativ“

100 Aussteller bieten bei der Messe Materialien und Workshops an und zeigen Vorführungen.
100 Aussteller bieten bei der Messe Materialien und Workshops an und zeigen Vorführungen. Foto: Grunwald Media

Selbst gestaltete T-Shirts, individuelle Grußkarten und selbst gemachte Ohrringe: „Do it yourself“ ist im Trend. Ende Januar veranstaltet Marvin Okken mit seinem Familienunternehmen die Messe „Rhein-Neckar Creativ“in der Eberthalle. Er erzählt, welche Neuheiten es gibt und wie wichtig Glitzerpulver dabei ist.

Herr Okken, Sie haben in diesem Jahr die Messe „Rhein-Neckar Creativ“ in Ludwigshafen übernommen. Wie hat sich das ergeben?
Vorher hat das die Firma Expo Concept gemacht, die sich aus dem Messegeschäft zurückgezogen hat. Von ihr haben wir bereits eine Messe in Luxemburg übernommen. Und nun auch die in Ludwigshafen.

Sie veranstalten jährlich etwa zehn Messen in verschiedenen Städten. Seit wann machen Sie das?
Wir haben unser Familienunternehmen vor fünf Jahren gegründet. Ich selbst bin 25 Jahre alt und habe Wirtschaftsinformatik mit Spezialisierung Messewirtschaft an der Uni Köln studiert. Meine Eltern haben ein Schmuckgeschäft und gehen schon lange selbst auf Messen. Irgendwann dachte ich, „das können wir auch“. In Bonn, meiner Heimatstadt, gab es noch keine Kreativmesse. Also kam eins zum anderen und wir haben 2016 unsere erste Messe eröffnet. Seitdem sind wir stetig gewachsen.

Haben Sie das Unternehmen während des Studiums gegründet?
Genau. Neben dem Studium war das zwar viel Arbeit, aber es macht Spaß. Gerade weil es ein Familienbetrieb ist und ich mit meinen zwei Brüdern und meinen Eltern zusammenarbeite.

Wie teilen Sie die Arbeit auf?
Ich mache hauptsächlich die Akquise der Aussteller, und meine Brüder kümmern sich um das Marketing. Während der Messe sind wir dann natürlich alle vor Ort.

Haben Sie neue Pläne für die Messe „Rhein-Neckar Creativ“?
Die Messe war immer gut und auch sehr gut besucht. Trotzdem möchten wir mit neuen Ausstellern und Bereichen frischen Wind reinbringen.

Welche Bereiche?
Upcycling zum Beispiel. Das ist im Moment sehr im Trend. Dabei macht man aus alten Dingen Neue und verwendet sie so weiter. Außerdem gibt es einige neue Kinderworkshops. Eine Ausstellerin aus Holland, Zwanette’s Sprookjes Atelier, macht einen Workshop, bei dem Kinder kleine Miniaturwelten basteln können.

Wer organisiert die Workshops?
Die Aussteller mieten eine Standfläche, um ihre Produkte zu verkaufen. Wenn sie einen Workshop anbieten, kommen wir ihnen preislich entgegen. Daher bieten viele Aussteller Workshops an, und die Besucher können nicht nur Materialien kaufen, sondern auch selbst mitmachen.

Welche sind besonders beliebt?
Zum Beispiel der Workshop von den Tortengluggen: Da werden Cupcakes und Kekse dekoriert mit Lebensmittelfarben, Zuckerpaste und anderen Deko-Elementen. Die können direkt gegessen oder mit nach Hause genommen werden. Was auch beliebt ist, ist der Workshop Glasmosaik. Die Teilnehmer erstellen kleine Glasmosaike mit Kupferfolientechnik. Mit einem Lötkolben wird dabei Kupferfolie um bunte Scherben geklebt.

Sind die Workshops kostenlos?
Unterschiedlich: Manche sind kostenpflichtig, bei anderen werden nur die Materialkosten berechnet.

Basteln Sie auch selbst gern?
Ja, aber nur im einfachen Rahmen. Ich bastle gerne Perlen-Armbändchen. Bei unserem Schmuckgeschäft „Bacatus“ gibt es Perlen und Edelsteine. Diese fädelt man auf ein elastisches Band und stellt so ein Armband her. Meine Mutter, Claudia Okken, wird dafür bei der Messe einen Workshop anbieten. Er heißt „Ohrhänger Anisha“ und wird täglich um 13 Uhr angeboten. Die Teilnehmer können Ohrhänger aus feinen Perlchen fertigen.

An wen richtet sich die Messe?
Eigentlich an alle. Das Hauptpublikum sind Frauen, aber es kommen immer mehr Familien, die dann auch die Kinderworkshops nutzen.

„Do it yourself“, kurz DIY, ist im Trend. Finden das heute auch Männer cool?
Tatsächlich kommen immer mehr Männer zu den Messen. Das Klischee der häkelnden Oma hat sich gewandelt: Viele junge Leute basteln heute gern. Gerade im Winter, wenn’s kalt ist, setzen sie sich am Wochenende hin und gestalten etwas.

Welche Neuheiten gibt es 2020?
Was im Moment viel gemacht wird, ist Stempeln. Das klingt zwar erst einmal primitiv, aber viele Aussteller bieten Stempel mit verschiedenen Motiven an. Mit den Stempeln, Glitzerpulver und Hand-Lettering, also besonders schöner, ausgefallener Schrift, kann man individuelle Grußkarten erstellen. Dazu gibt es Workshops und Vorführungen. Ein weiteres Highlight ist die Ausstellerin Heike Schäfer. Sie bietet Materialien für Textildesign an. Mit Schablonen, Textilfarbe und Glitzerpulver kann man eigene T-Shirts oder Pullover mit schönen Mustern und Schriftzügen gestalten.

Es wird also viel Glitzerpulver geben?
Ja, stimmt (lacht). Das habe ich jetzt mehrmals erwähnt: Davon gibt es viel.

Wie viele Besucher erwarten Sie?
In den letzten Jahren waren es immer etwa 10.000 Besucher an zwei Tagen. Die Eberthalle ist generell gut geeignet für die Messe, nicht zu verwinkelt, und es gibt einen Parkplatz vor der Tür. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sie gut zu erreichen.

Warum schreiben Sie „Rhein-Neckar Creativ“ eigentlich mit „c“?
Das hat sich Expo Concept vor zehn Jahren so überlegt. „Creative“ wird im Englischen ja mit „c“ geschrieben. Wir haben das jetzt übernommen, da die Leute den Namen so kennen.

Termin

Die Messe „Rhein-Neckar Creativ“ findet am Samstag, 25. Januar (10 bis 18 Uhr), und Sonntag, 26. Januar (10 bis 17 Uhr), in der Eberthalle statt. Tickets gibt’s im Internet oder vor Ort für sechs Euro (Ermäßigt fünf Euro, Kinder bis acht Jahre kostenlos).

Wieder im Trend: Stempel.
Wieder im Trend: Stempel. Foto: Grunwald Media
Alle Workshops sind unter www.rheinneckarcreativ.de/workshops zu finden.
Alle Workshops sind unter www.rheinneckarcreativ.de/workshops zu finden. Foto: Grunwald Media
Sogar Miniaturwelten werden bei einem Kinderworkshop gebastelt.
Sogar Miniaturwelten werden bei einem Kinderworkshop gebastelt. Foto: Grunwald Media
Marvin Okken
Marvin Okken Foto: Grundwald Media
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