Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Die Jugend übernimmt: Das Festival „Junges Theater im Delta“

Haben viel Spaß: Die Teilnehmer am Delta-Festival.
Haben viel Spaß: Die Teilnehmer am Delta-Festival.

Das Junge Theater im Delta wird endlich wieder zu einem richtigen Festival. Austragungsort ist von 24. bis 28. Juni das Junge Nationaltheater Mannheim.

Um für dieses Festival Ideen zu entwickeln und sie umzusetzen, hat sich am Jungen Nationaltheater die Gruppe „Konnektiv“ gegründet. Als „Kuratieren, Gestalten, Mitbestimmen“ beschrieb Intendantin Ulrike Stöck den neuen Festival-Schwerpunkt bei der Programmvorstellung. Die Leiterin der Jungen Bürgerbühne Inga Schwörer erzählte, wie es dazu kam: „Wie sollte ein Festival sein, zu dem ihr gerne gehen würdet?, haben wir gefragt. Bunt und vielfältig solle es sein und auch frei zugänglich für möglichst viele von außen. Wollt ihr das machen?, haben wir gefragt. Sie wollten.“ Das Motto „laut leuchten“ soll heißen: Kommt und seht, was um die Feuerwache herum los ist.

Breites Open-Air-Angebot

Im Hof wird ein Zelt aufgebaut. Es gibt Auftritte von Kulturschaffenden aus der Region mit Musik, Tanz und Zauberei. Der zweite Pfeiler des Open-Air-Programms sind Workshops. Chorsingen oder sich im Improtheater versuchen, vielleicht einmal Graffiti sprühen … Für die Workshops ist eine Anmeldung erforderlich, zu den Acts kann man einfach kommen, auch spontan mitmachen. Beide Angebote sind kostenlos. Im Mittelpunkt aber stehen auch in dieser 16. Ausgabe des Festivals „Junges Theater im Delta“ die Aufführungen der Spielclubs an den drei Theatern der Region.

Seine Erfolgsgeschichte begann mit einer Idee der BASF, die bis heute Hauptsponsor ist. An den Theatern in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen sollte das Theaterspielen mit Kindern und Jugendlichen gestärkt werden. In einem jährlichen Festival werden die Produktionen gezeigt. Dieses wird reihum ausgerichtet in der Abfolge Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg. Linksrheinisch ist zu Ludwigshafen das Kinder- und Jugendtheater Speyer als fester Partner hinzugekommen. In Mannheim sind das Jugendkulturzentrum Forum und die Jugendhilfe integriert.

Junge Leute als Kuratoren

Dass nun erstmals die jungen Menschen ihr Festival konzeptuell und organisatorisch in die eigenen Hände genommen haben, hat seinen Grund auch sicher darin, dass Selbermachen beim „Jungen Theater im Delta“ schon immer groß geschrieben wurde. Sich einbringen, Selbstfindung, Auseinandersetzung mit Themen aus der eigenen Erlebniswelt sind Zweck und Ziel des Theaterspielens mit Kindern und Jugendlichen. Die Spielleiter, mehrheitlich Spielleiterinnen, sind Impulsgeber, die einfühlsam anleiten, motivieren und begeistern möchten.

Die Heidelberger haben sich damit beschäftigt, was „Welt“ für sie bedeutet, und machen das im Namen ihrer sechs Spielgruppen deutlich: „Weltgetümmel“, „Körperwelt“, „Weltflucht“ (ins fiktionale 2092), „Weltwunder“ haben eine fröhliche Herangehensweise. Bei „Weltschmerz“ und „Weltbild“, den Älteren ab 14, ist die Sichtweise vertieft und nachdenklich.

Das Ludwigshafener Theater im Pfalzbau ist mit vier Spielclubs dabei, darunter dem Traditions-Club Mahala aus von Jahr zu Jahr wechselnden Geflüchteten mit oft geringen Deutschkenntnissen und Ludwigshafenerinnen. Bei den zwei Clubs aus Speyer steht das Thema Freiheit im Fokus. Und auch die Theaterbegeisterung – oder würden sie sich sonst „Bühnenrausch“ und „Spotlight“ nennen? Die Mannheimer sind vielseitig aufgestellt. Auch die Vernetzer und Organisierer von „Konnektiv“ haben eine Produktion mit dem vielsagenden Titel „Ekstase“ gemacht.

Spielorte sind Saal und Studio des Jungen Nationaltheaters, das Studio Werkhaus und das Forum in der Neckarstadt. Rund um die Alte Feuerwache wird ständig etwas los sein, gehäuft am Samstag und Sonntag und speziell für junge Familien.

Kontakt

Anmeldung zu den Workshops im Netz unter www.nationaltheater.de und unter Telefon 0621 1680 302; während des Festivals am Infopoint.

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