Ludwigshafen Die ideale Liga
«LUDWIGSHAFEN.» Die Zweitliga-Faustballer des TB Oppau mussten vor der vergangenen Feldsaison den studienbedingten Abgang ihres Angreifers Jan-Philip Gerhardt verkraften. Trotz des Rückschlages war nach gutem Start der zweite Platz hinter dem souveränen Meister TV Käfertal jedoch lange Zeit greifbar, ehe den Oppauern im Endspurt die Puste auf dem vierten Rang ausging.
„Wir haben uns vorher ehrlich gesagt auch nicht mehr versprochen. Wir haben vor der Runde darüber gesprochen und gesagt, wenn ein Platz um drei oder vier rausspringt, dann ist das realistisch“, sagte TBO-Trainer Matthias Bog. So kam es dann auch. Dabei konnte sich der Saisonstart absolut sehen. Nach vier Spielen stand eine makellose Bilanz von acht Punkten und 12:0 Sätzen zu Buche. „Das war natürlich super und hat uns ein wenig vom zweiten Platz träumen lassen. Man muss aber auch sagen, dass gegen diese Gegner wie Völklingen, Rendel und Dörnberg einfach diese Bilanz herauskommen muss“, meinte TBO-Mittelspieler Timo Bernhardt. Nur der 3:0-Erfolg gegen den hoch gehandelten TV Weisel war laut Bernhardt, der nach seiner schweren Schulterverletzung am letzten Spieltag in Käfertal immer noch mit den Folgen zu kämpfen hatte, ein zusätzliches Bonbon für die Mannschaft. Denn vor allem die Spitzenduelle gegen Gegner, die sich eigentlich auf Augenhöhe bewegen, zeigten den Oppauern um Kapitän Maximilian Breier, Christof Jugel, Manuel Ullrich, Viktor Maurer, Dominik Seel, Michel Kullmann, Marco und Alexander Jakoby und Bernhardt deutlich auf, wo genau ihre Schwächen lagen. Sowohl gegen den TV Eschhofen (0:3 und 1:3), wie auch gegen den TV Weisel (2:3) und die TSG Tiefenthal (2:3) setzte es bittere Pleiten. Der Grund: Wenn beim TBO jemand aus dem Stammpersonal fehlte, waren die Oppauer in der Spitze nicht gut genug aufgestellt. Vier seiner sechs Saisonniederlagen kassierte der TBO in der Rückrunde. „Dass wir uns gegen Eschhofen ganz gerne mal schwertun, wissen wir aus der Vergangenheit. Wir sind momentan aber einfach nicht stabil und der Kader nicht breit genug“, hadert Bog. Dass mit Tiefenthal aber ausgerechnet der ewige Pfalz-Rivale den begehrten zweiten Platz hinter dem TVK ergattern konnte, hinterließ dann doch Narben in der TBO-Seele. „Beim Rückspiel gegen Tiefenthal sind wir überhaupt nicht in die Partie gekommen, haben unclever agiert und hatten teilweise sogar Angst. Das kann absolut nicht sein. Unsere Leistungsträger sind zwischen 25 und 30 Jahre alt. Da muss man wissen, was man kann und das dann auch aufs Feld bringen“, ärgerte er sich. Auch, weil der studienbedingte Abgang von Angreifer Jan-Philipp Gerhardt nur schwer zu kompensieren war. „An guten Tagen kann Jan-Philipp jeden Gegner ausschalten. Maximilian Breier hat seine Sache aber gut gemacht. Man hat bloß gemerkt, dass uns ein gelernter Schlagmann fehlt“, bedauerte Bernhardt. Fehlen wird Bog in der kommenden Saison auch sein langjähriger Trainerkollege Thomas Blümbott, der aus privaten Gründen kürzer tritt und sich in Zukunft ausschließlich um die Jugend kümmern wird. Ein Ersatz ist aufgrund der fehlenden Alternativen noch nicht in Sicht. „Wir bräuchten ganz dringend einen Trainer, der die Angreifer mit technischen Finessen weiter bringen kann, da Thomas und ich selbst immer nur Abwehrspieler waren. In der Pfalz herrscht aber allgemein das Problem vor, dass die Angreifer viel zu wenig Aufmerksamkeit in diesem Punkt erfahren“, erläuterte Bog und sieht seine Mannschaft auch deswegen „in der Zweiten Liga ganz gut aufgehoben“.