Ludwigshafen Die Frau an Lena Odenthals Seite

„Es gibt hier einfach ein paar Zauberorte“: Lisa Bitter trifft auf dem Filmfestival ein.
»Es gibt hier einfach ein paar Zauberorte«: Lisa Bitter trifft auf dem Filmfestival ein.

Die Schauspielerin Lisa Bitter ist Johanna Stern, die junge Ermittlerin an Lena Odenthals Seite. Auf dem Filmfestival hat sie ihren neuen Ludwigshafener „Tatort“ mit dem Titel „Vom Himmel hoch“ präsentiert. Der Polit-Thriller ist für den Rheingold-Publikumspreis nominiert, der heute, am Vorabend des abschließenden Festivalsonntags, verliehen wird.

„Ich wollte eigentlich bis Samstag bleiben“, entschuldigt sich Lisa Bitter. Doch nun sei dem Vorhaben ein Probentag in Berlin in die Quere gekommen. Einbestellt hat sie der Regisseur Bruno Grass, ein Sohn des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass. Mit ihm und weiteren Mitspielern findet eine ausführliche Leseprobe zu einer neuen Folge der Fernsehkrimi-Reihe „Kommissar Dupin“ statt. „Das ist mir auch wichtig, weil es ja selten ist, dass man für Fernsehfilme überhaupt proben kann.“ Die Dreharbeiten zu „Bretonische Geheimnisse“ nach dem gleichnamigen Roman von Jean-Luc Bannalec beginnen am 17. September. „Da drehen wir auch in Frankreich“, freut Bitter sich bereits. Die 34-Jährige aus der Turnschuhstadt Herzogenaurach fühlt sich jedoch auch in Ludwigshafen wohl. „Ich komme sehr gern hierher“, sagt sie. „Die Gegend wird mir zunehmend vertraut.“ Sie habe in der Pfalz deutsche Weine entdeckt, die ihr viel besser schmeckten als jene aus ihrer fränkischen Heimat. „Die sind mir zu sauer“, urteilt sie. „Der Silvaner ist mir häufig einfach zu säurehaltig und auch der Bocksbeutel entspricht mir nicht so.“ In der Rolle der Fallanalytikerin Johanna Stern stieß Lisa Bitter 2014 zum altgedienten Ludwigshafener „Tatort“-Gespann Lena Odenthal (gespielt von Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe). Seit Kommissar Koppers Abschied im Januar ermittelt sie nun mit Odenthal im Duo. In den beiden Episoden, die auf „Vom Himmel hoch“ folgen werden, eine ist bereits abgedreht, seien sie auf jeden Fall weiter zu zweit. „Was danach passiert, das weiß ich selber auch nicht“, gesteht die Darstellerin. Das Filmteam sei immer wieder mal, aber selten für längere Zeit in Ludwigshafen. In „Vom Himmel hoch“, ihrem neunten Fall, ist Lisa Bitter lediglich einmal kurz in der Rottstraße unterwegs, weil im sogenannten „Franzosenhaus“ an der Ecke Wittelsbachstraße ein Mordopfer aufgefunden wurde. Es ist der auf Kriegstraumata spezialisierte Psychologe Fritz Steinfeld, dessen Klientel die Ermittler schließlich auf die Air Base in Ramstein führt. Über diese eine Szene hinaus haben die Dreharbeiten für diesen „Tatort“ Lisa Bitter nicht nach Ludwigshafen geführt. Überhaupt werde aus Kostengründen überwiegend am SWR-Standort Baden-Baden und in der umliegenden Region gedreht. „Aber auch wenn wir hier drehen“, sagt sie und meint die Metropolregion, „schlafen wir meistens in Mannheim.“ Gerne erinnert sich Lisa Bitter an bereits länger zurückliegende Drehtage in der BASF. „Da waren wir direkt auf dem Gelände und konnten uns in den Raucherpausen mit den Arbeitern unterhalten. Das fand ich schon cool, da mal so einen Einblick zu haben.“ In der „Kolonie“, der Werkssiedlung der BASF im Hemshof, liegt ihr fiktiver Wohnsitz als Kommissarin und Mutter zweier kleiner Kinder. „Das ist auch total schön dort“, sagt sie. „Es gibt hier einfach ein paar Zauberorte, die man nicht erwartet, wenn man die Stadt so von außen kennenlernt.“ Bis 2013 im Ensemble des Staatstheaters Stuttgart, lebt die Schauspielerin mittlerweile in Berlin. „Aber hier in Ludwigshafen, wenn wir zum Beispiel in der Fußgängerzone drehen, sieht man so Straßenbegebenheiten, die kenne ich von Berlin nicht. Schräge Leute, laute Menschen, die neugierig sind oder einfach megapräsent, die sich irgendwie äußern und unsere Dreharbeiten kommentieren. Das hat hier noch einmal eine andere Schärfe als in Berlin. Mein Kiez in Schöneberg ist eigentlich fast wie ein Dorf, ganz klein und ganz ruhig.“ Termin „Vom Himmel hoch (Tatort)“ heute um 14.30 Uhr im Festivalkino 3

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