Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Die Eulen kämpfen mit allem, was sie haben“

Ein Weltstar kommt am Sonntag nach Ludwigshafen: Sander Sagosen kann mit dem THW Kiel wieder Meister werden. Allerdings muss der
Ein Weltstar kommt am Sonntag nach Ludwigshafen: Sander Sagosen kann mit dem THW Kiel wieder Meister werden. Allerdings muss der Rekordmeister in Ludwigshafen gewinnen. Doch auch die Eulen brauchen Punkte.

Sander Sagosen gehört den besten Handballspielern der Welt. Der 25 Jahre alte Norweger kam 2020 zum deutschen Rekordmeister THW Kiel. Sagosen gilt als der „Superstar“ der norwegischen Nationalmannschaft. Mit seinem Land wurde er zweimal Vize-Weltmeister und 2020 Dritter bei der Europameisterschaft. Am Sonntag, 13.30 Uhr, spielt Kiel bei den Eulen Ludwigshafen. Eine Mannschaft, der Sagosen großen Respekt zollt.

Herr Sagosen, so spannend war die Bundesliga schon lange nicht mehr. Durch die Niederlage von Flensburg gegen Berlin ist Kiel wieder Tabellenführer. Im Abstiegskampf kämpfen die Eulen Ludwigshafen und GWD Minden um den Ligaverbleib. Wer wird am Ende Ihrer Meinung nach Deutscher Meister und wer bleibt in der Bundesliga?
Die Handball-Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt. Und gerade in dieser speziellen Saison ist es extrem schwierig, Vorhersagen zu machen. Wir haben noch drei richtig schwere Spiele, das erste davon am Sonntag. Schön ist aber, dass wir wieder voll dabei sind.

Sie sagten in einem Interview, dass die Bundesliga stärker sei als die französische Liga. Sie spielten für Paris St. Germain. In Deutschland sei jedes Spiel schwer. Am Sonntag in Ludwigshafen ist Kiel klarer Favorit. Sie kennen als Spieler solche Aufgaben gegen vermeintliche Underdogs. Was geht im Kopf vor, wenn man gegen einen Gegner kommt, wo man als Favorit nur verlieren kann?
Die Eulen Ludwigshafen kämpfen mit allem, was sie haben, um den Klassenerhalt. Natürlich sind wir der Favorit, aber wir haben mittlerweile auch 56 Pflichtspiele allein mit dem THW in den Knochen. Wir müssen in jedem Spiel an unser Limit gehen. Uns erwartet am Sonntag ein unfassbar schweres Spiel, so werden wir uns auch auf dieses vorbereiten.

Sie haben in Ihrer ersten Saison gleich einmal mehrere Titel gewonnen. Gibt es da noch eine Steigerung?
Es gibt immer eine Steigerung. Natürlich wäre es klasse, wenn wir nach dem Gewinn des Supercups und der Champions League noch einen weiteren Titel holen und uns damit belohnen würden.

Wie sehr wurmt noch die Niederlage im Final-Four gegen Lemgo?
Das durfte uns nicht passieren, da haben wir leichtfertig eine Titelchance vergeben. Aber der vergebenen Chance lange nachzutrauern, bringt nichts. Es geht immer weiter.

Kiel ist der beste Handball-Verein der Welt, sagten Sie im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Was macht den Klub zum besten in der Welt?
Der THW Kiel ist wie eine große Familie, die immer das Beste erreichen will. Fast jeder junge Spieler träumt davon, einmal für diesen Verein spielen zu können. Und ich freue mich riesig darauf, nach Corona endlich einmal auch im THW-Trikot vor einer ausverkauften Wunderino Arena spielen zu können.

Hat die Nähe von Kiel zu Ihrer Heimat Norwegen eine Rolle gespielt?
Ich bin Profi-Sportler, da ist zunächst einmal wichtig, dass der Verein und seine Ziele stimmen. Ich bin zum THW Kiel gewechselt, um besser zu werden und Titel zu gewinnen. Aber in Kiel stimmt eben auch das Gesamtpaket. Die Mannschaft ist toll, die Stadt ist toll, die Menschen sind toll, die Nähe zum Wasser ist wie in meiner Heimat. Ich habe mich schon in der ersten Woche in Kiel wie Zuhause gefühlt.

Diese Saison war eine außergewöhnliche Runde, lange keine Zuschauer, Quarantäne, Spielverlegungen. Zählt da der Meistertitel besonders?
Ein Titel ist immer etwas Besonderes, weil man viel und hart dafür gearbeitet hat. Natürlich wäre es ein Traum, in meiner ersten Saison in Deutschland gleich den Titel zu holen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter, schwerer Weg.

Was nehmen Sie persönlich aus dieser Saison mit?
Dass die Handball-Bundesliga nicht nur die stärkste, sondern auch die härteste Liga der Welt ist. Hier muss man gegen jeden Gegner 100 Prozent geben, es gibt keine leichten Spiele. Aber genau deshalb bin ich ja auch nach Deutschland gewechselt.

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