Ludwigshafen Die Bühne ist ihr Leben

Hoher Anspruch an die Qualität: die Frauen und Männer der Gruppe Edelweiß.
Hoher Anspruch an die Qualität: die Frauen und Männer der Gruppe Edelweiß.

«Mutterstadt.» Keyboards, Akkordeon, jede Menge Kabel, die zum Computer in der Ecke führen – in seinem Musikzimmer hat Norbert Heene nahezu jeden Quadratzentimeter für sein eigenes, kleines Tonstudio genutzt. Der 68-Jährige verbringt oft mehrere Stunden pro Tag in diesem Raum, denn die Musik ist seine Leidenschaft. Seit 2010 teilt er diese mit seinen Bandkollegen von Edelweiß. Die Gruppe ist seinerzeit aus dem Seniorentreff in Mutterstadt hervorgegangen und macht seither mit Auftritten in Seniorenheimen, auf Kerwen und im Ludwigshafener Ebertpark von sich reden. „Altersbedingt ist die Fluktuation sehr groß“, sagt Heene. So ist außer dem Gründer selbst nur noch Almut Börstler seit der Anfangszeit dabei. Mit 76 Jahren ist die Mundharmonika-Spielerin zugleich das älteste Mitglied. „Wir haben uns verjüngt“, sagt Heene. Ganz frisch dabei, drückt Marion Heigel nun den Altersdurchschnitt gewaltig. Die 34-Jährige unterstützt seit Kurzem ihre Eltern Margitta und Karl-Heinz Heigel beim Gesang. Karl Regenauer am elektronischen Akkordeon und Erika Welker an der Querflöte komplettieren die aktuelle Besetzung. Die Heigels sind seit etwa drei Jahren dabei und in der Volksmusikszene keine Unbekannten. In den 1990er-Jahren waren die beiden als „Original Kurpfalz Duo“ erfolgreich und haben auch eigene CDs veröffentlicht. Durch einen Aufruf von Heene ist bei den beiden die Begeisterung fürs Singen neu entfacht worden. Und so zählen sie seither fest zur Besetzung von Edelweiß. „Seit unsere Sänger da sind, haben wir auch die neuen Sachen dabei“, sagt Heene. Gemeint sind die aktuellen Schlager, etwa von Klubbb3, Roland Kaiser, Helene Fischer, Andrea Berg oder Voxxclub. „Man sucht schon die Lieder raus, bei denen die Leute mitgehen“, sagt Karl-Heinz Heigel. Und Heene ergänzt: „Ebbes, was im Ohr bleibt.“ Aber das mittlerweile rund 800 Stücke umfassende Repertoire hat so ziemlich alles zu bieten, was in die Kategorien Deutscher Schlager und volkstümliches Liedgut fällt. Dabei hat Heene stets einen hohen Anspruch an die Qualität der Musik. „Wir sind immer bemüht, eine Art Orchestermusik im Hintergrund zu haben“, sagt der 68-Jährige. Auch wenn die Besetzung noch ein bisschen größer ausfallen könnte. „Wenn wir einen guten Gitarristen finden würden, wäre er willkommen.“ Auch eine Geige könne er sich bei Edelweiß vorstellen. Er selbst ist der Musik seit seiner Kindheit verfallen. „Ich habe mit acht Jahren angefangen Akkordeon zu spielen. Mit zwölf Jahren bin ich ins erste Orchester“, berichtet der Mutterstadter, der in den 80ern dann selbst als Dirigent ein Akkordeon-Orchester in Harthausen geleitet hat. Arrangements habe er schon mit 16 Jahren geschrieben. „Gerne hätte ich Musik studiert“, sagt er. „Aber das durfte ich nicht, weil ich nicht singen konnte.“ Unterrichtet hat er das Fach als Hauptschullehrer dann aber trotzdem. Wichtig ist es Heene und seinen Musikerkollegen aber vor allem, auch vor Publikum zu spielen. „Für uns ist die Hauptsache, Auftritte zu haben. Wir wollen unter die Leute.“ Und auch Heigel sagt: „Musik ist mein Leben. Ohne Bühne wollte ich nicht sein.“ Termin Tanz in den Mai mit der Gruppe Edelweiß, Dienstag, 30. April, in der Gaststätte „Zur alten Turnhalle“ in Ludwigshafen-Oggersheim. Einlass ab 19 Uhr. Karten für zehn Euro gibt es bei Norbert Heene, Telefon 06234/7199, oder an der Abendkasse. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Sterntaler.

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