Ludwigshafen Die Angst des Schützen vorm Elfmeter

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LUDWIGSHAFEN. Fußball-Verbandsligist TDSV Mutterstadt hat den 2:1 (1:0)-Sieg im Derby beim Ludwigshafener SC teuer bezahlen müssen: Die Abwehrspieler Francesco Parrotta und Gökhan Dogan sahen in der Nachspielzeit die Rote Karte.

Ein lange Zeit harmloses Derby geriet gegen Ende fast aus den Fugen. In der Nachspielzeit hatte Schiedsrichter David Scheuermann vollkommen zu Recht auf Foulelfmeter für den Ludwigshafener SC entschieden und – regelkonform – Francesco Parrotta die Rote Karte für eine „Notbremse“ gezeigt. Dennoch bildete sich eine Traube um den Unparteiischen. Dabei müssen harsche Worte gefallen sein, denn Scheuermann, der die Rote Karte praktischerweise noch gar nicht weggesteckt hatte, hielt sie Mutterstadts Kapitän Dogan unter die Nase. In dieser gut zweiminütigen Spielunterbrechung hatte Marco Zühlsdorff den Ball in der Hand und wartete. „Ich hatte einfach zu viel Zeit zum Nachdenken. Da gehen einem so viele Gedanken durch den Kopf“, sagte Zühlsdorff. Der 24 Jahre alte Abwehrspieler hatte zuvor zehn Elfmeter in Folge verwandelt. Beim elften Versuch scheiterte er an Ex-Profi Levent Cetin. „Schieße ich wieder in meine bevorzugte Ecke oder in die Mitte“, beschreibt Zühlsdorff seine Überlegungen vor dem Schuss. Er wählte die andere Ecke als bei seinem ersten Strafstoß, der zum 1:2 geführt hatte (77.). Cetin ahnte es. „Sonst warte ich lange und schaue, was der Torwart macht. Bei diesem Schuss habe ich draufgehalten“, erklärte Zühlsdorff. „Kein Vorwurf an Marco. Das kann immer mal passieren“, sagte der spielende Co-Trainer Bernd Fröhlich. Cetin war der gefeierte Held der Mutterstadter. Der 36 Jahre alte Routinier, der bis dahin fast beschäftigungslos war, war sich sicher, den Ball abzuwehren. „Beim ersten Elfmeter, habe ich mich im letzten Moment anders entschieden und wurde verladen. Vor dem zweiten Schuss habe ich dem Schützen lange in die Augen geschaut und gewusst, dass er in die andere Ecke schießt“, verriet Cetin. Ein 2:2 hätte den Leistungen nicht entsprochen. Mutterstadt war bissiger, präsenter, immer einen Schritt schneller. Der LSC bekam lange keinen Zugriff auf das Spiel, hatte keine gute Körpersprache. „Nur 15 Minuten passabel zu spielen, reicht nicht. Wir sind viel zu spät aufgewacht und müssen die Niederlage akzeptieren“, sagte LSC-Trainer Toni De Simone. „Nach 60 Minuten haben wir nachgelassen. Wir haben es versäumt, das dritte Tor zu erzielen und sind gegen Ende in die Bredouille gekommen“, resümierte TDSV-Teamchef Ediz Sari. Ali Sahin erzielte sein erstes Saisontor zum 1:0 (25.) und beim 2:0 zeigte sich, was es heißt, einem verlorenen Ball nachzusetzen. Der starke Talha Demirhan verlor die Kugel, holte sie sich aber wieder und bediente Dana Kader mustergültig (48.). (thl)

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