Ludwigshafen
Deutschland-Premiere: Mobile Sternwarte „Trailer Dome“ kommt auf die Kalmit
Eine Deutschland-Premiere wird das Kalmithaus der Ortsgruppe Ludwigshafen-Mannheim des Pfälzerwald-Vereins am 29. und 30. August sowie 12. und 13. September erleben: Erstmals wird zwischen Kiel und Konstanz vor der ältesten Wanderhütte des Pfälzerwaldes auf der Kalmit der „Trailer Dome“ Station machen – die weltweit einzige mobile Sternwarte, mit der Sonne, Mond und Sterne beobachtet werden können.
Auch Gruppen wie der Astronomische Verein Vorderpfalz werden auf dem Gipfel des mit 673 Metern höchsten Berges des Pfälzerwalds ihre Sonnenteleskope aufstellen. Der Arbeitskreis Astronomie der Umweltorganisation Pollichia wird ebenfalls aktiv. Um Organisation und Gastronomie kümmern sich die Verbandsgemeinde Maikammer und die Kalmithaus GmbH.
Keine Lichtverschmutzung auf der Kalmit
Die Termine sind vom Wetter abhängig. Deshalb machen die Initiatoren darauf aufmerksam, dass Pausen möglich sind. Vorgesehen sind die Zeiten freitags und samstags von 13 bis 17 Uhr. Der Blick in den Nachthimmel soll am Freitag ab 22 Uhr möglich sein. Mit den Sonnenteleskopen der regionalen Astronomen-Vereinigungen rücken am Tag Sonnenflecken und Protuberanzen, Ströme auf der Sonne, die als leuchtende Bögen zu sehen sind, ins Blickfeld. Durch das mobile Teleskop mit einem Gewicht von etwa 440 Kilogramm können Krater und Strukturen des Mondes sowie ferne Planeten tagsüber beobachtet werden, genauso Sternenhaufen mit Galaxien und Nebeln.
Dass der Blick ins Weltall von der Kalmit aus möglich wird, hat einen Grund: Auf dem Berg gibt es keine Lichtverschmutzung. Das hat auch der norwegische Ingenieur und Chemiker Anders Hjelset erkannt, der in seiner Heimat den mittlerweile in den USA unter der Nummer 11.306.864 patentierten „Trailer Dome“ entwickelte. Der 68-Jährige wohnt seit Jahren in Freinsheim, seine Familie mit Kindern und Enkeln ist in Asselheim, Bad Dürkheim und Mannheim zu Hause. „Ein dunkler Himmel ohne Lichtverschmutzung an einem abgelegenen Ort sind für eine qualitativ hochwertige Beobachtung der Gestirne ideal,“ sagt er.
Die hochwertigen Teleskope sind eigentlich nur aufwendig installierbar. „Bis man die oben auf einem Berg hat, vergeht viel Zeit – und dann müssen sie dort auch noch oft in Dunkelheit und Kälte erst zusammen- und später auch wieder abgebaut werden“, erklärt Hjelset. Mit seinem „Trailer Dome“ dauert die Installation nur eine Viertelstunde: Das zentnerschwere Teleskop wird auf einen speziellen stoßgedämpften Anhänger montiert und damit an seinen Einsatzort gebracht – notfalls auch auf holprigen Wegen. Am Ziel wird die bereits montierte Astro-Ausrüstung im Boden verankert – dann kann es wie in einer traditionellen Astrokuppel schon losgehen.