Ludwigshafen
Der nächste Bundesligist
Vasile Antonescu schnappte sich die Matte und zog den Platz ab. Daran wird sich der gerade erst 30 Jahre alt gewordene Rumäne gewöhnen müssen. Antonescu hat für Rumänien Davis-Cup gespielt, steht in der Weltrangliste auf Platz 1063. Sein bestes Ranking war 2015, Platz 465. Bei den Turnieren, bei denen Antonescu normalerweise spielt, wird der Platz danach abgezogen, wieder hergerichtet – und gewässert.
Bei den Herren 30 sieht das aber etwas anders aus. Da kümmern sich die Spieler um alles selbst. Ludwigshafens Andreas Gremelmayr wässerte vor dem Doppel mit Tobias Barry den Platz. Gremelmayr hielt den Schlauch, Barry drehte das Wasser auf und wieder zu. Vasile Antonescu zog am Sonntag nach dem gewonnenen Doppel mit Steffen Neutert den Center Court beim BASF TC Ludwigshafen ab. Das Los traf ihn, weil Neutert der Kapitän des Teams ist, sozusagen der Chef. Und den Chef lässt man nicht malochen. Dabei hatten Antonescu und Neutert leichtes Spiel im Doppel. Sie fertigten das Duo des TC BW Ems mit 6:1 und 6:1 ab. Es war ein attraktives Doppel. Es gab zeitweise tolle Ballwechsel. Es war aber eine einseitige Angelegenheit. Wie fast alle anderen Duelle auch. 8:1 gewann der BASF TC Ludwigshafen gegen Bad Ems. Damit sind die Herren 30 des BASF TC im Grunde in die Bundesliga aufgestiegen. Ihnen fehlt nur noch ein Sieg gegen Nürtingen. Der ist nur noch eine Formsache. Denn Nürtingen war am ersten Spieltag gegen Bad Ems heillos unterlegen und verlor 2:7. „Wir wollen in die Bundesliga“, sagt Steffen Neutert. Am Sonntag in Nürtingen geht es dann nur um die Höhe des Sieges. Ludwigshafen kann sich nur noch selbst schlagen.
Schon mal in Bundesliga
Die Bundesliga der Herren 30 wäre aber kein Neuland für den BASF TC Ludwigshafen. Schon 2009 und 2010 spielten die Herren 30 in der höchsten deutschen Liga. Für den Verein wäre der Aufstieg eine attraktive Sache. „Dann hätten wir an drei Tagen Bundesliga-Tennis auf der Anlage“, sagt Präsident Frank Stauder. Die Damen und die Herren des BASF TC spielen in der Zweiten Bundesliga. Dort wird meistens an Doppelspieltagen gespielt, also an Freitagen und Sonntagen. Die Herren 30 spielen immer samstags. „Da wäre die Anlage an drei aufeinanderfolgenden Tagen sicherlich gut besucht“, vermutet Stauder.
Die Bundesliga soll für die Herren 30 aber keine Eintagsfliege werden. „Wir wollen schon konkurrenzfähig sein“, betont Neutert. Der mehrmalige deutsche Meister bei den Herren 30 hat diese Saison genau durchgeplant. Die Mission Aufstieg sollte nicht an Kleinigkeiten scheitern. Das war dann letztlich auch nicht der Fall gewesen. Gegen Rottweil (7:2) und nun am Sonntag gegen Bad Ems (8:1) war Ludwigshafen das klar bessere Team. „Mir war klar, dass wir auch gegen Bad Ems klar gewinnen, denn wir haben zu viel individuelle Klasse auf dem Platz“, sagte Neutert. Diese individuelle Klasse wird auch am letzten Spieltag am kommenden Sonntag zu sehen sein. „Wir sind gut in Form“, sagt Neutert, „aber wir nehmen das Spiel in Nürtingen nicht auf die leichte Schulter.“ So kurz vor dem Ziel will sich der BASF TC Ludwigshafen dann doch keine Blöße geben.
So spielten sie
Einzel: Vasile Antonescu - Christopher Müller 6:2, 6:1; Steffen Neutert - Marius Menten 6:3, 6:1; Sascha Frank - Julian Mädrich 4:6, 6:1, 11:9; Jochen Meyer - Richard Born 6:1, 6:1; Tobias Barry - Dominik Hillenbrand 6:3, 6:4; Andreas Gremelmayr - Jonas Simek 6:1, 6:2
Doppel: Antonescu/Neutert - Müller/Mädrich 6:1, 6:1; Frank/Meyer - Menten/Born 6:1, 6:1; Barry/Gremelmayr - Hillenbrand/Simek 6:3, 3:6, 11:13.