Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Der Königstransfer mit Stallgeruch

Stefan Salger ist auf dem Weg zurück zu seiner Form. Noch läuft nicht alles rund. Bei den Turnieren in Dansenberg und Altensteig
Stefan Salger ist auf dem Weg zurück zu seiner Form. Noch läuft nicht alles rund. Bei den Turnieren in Dansenberg und Altensteig (im Bild) aber zeigte der Rückraumspieler vielversprechende Ansätze.

Die Neuen bei den Eulen: Stefan Salger musste nicht lange überlegen. Als die Anfrage von den Eulen Ludwigshafen kam, war klar, dass der 28-fache Junioren-Nationalspieler wieder zurückkehrt. Dass es nun Zweite statt Bundesliga sein wird, verschmerzt der 2,07 Meter lange Salger. „Ich weiß, was ich bei den Eulen habe“, sagt er. Ein Satz, der viel aussagt.

Stefan Salger kam 2018 zu den Eulen Ludwigshafen. Damals wechselte er vom TVB Stuttgart in die Pfalz. Der rechte Rückraumspieler hätte schon eine Saison zuvor kommen sollen, aber da hatten die Eulen das Rennen gegen die Schwaben verloren. In Ludwigshafen erlebte er eine durchwachsene Zeit. Tiefen und Höhen wechselten sich ab. Letztlich ging alles gut. Salger schaffte mit den Eulen den Ligaverbleib – auch, weil er zum Saisonende hin, stark aufspielte und wichtige Tore erzielte. Solche Momente bleiben haften. Erst recht bei Spielern, die das Vertrauen ihres Trainers haben müssen. Spieler, die Fehler machen dürfen. Stefan Salger ist ein sensibler Spieler. Häufig blieb er damals nach den Trainingseinheiten der Eulen in der Halle und übte immer wieder Abläufe. „Damit ich meine Intuition beibehalte“, sagte er damals und präzisierte: „Wenn ich meine Sprungwürfe automatisiere und da eine gewisse Routine habe, kann ich intuitiv werfen, also ohne groß nachzudenken, was ich in dieser Situation tun soll.“

Diese Anekdote beschreibt Salger ganz gut. Er ist ein wissbegieriger Mensch. Salger will immer dazu lernen. Als er bei den A-Junioren der SG Kronau-Östringen spielte, absolvierte Salger eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Nun, viele Jahre später, will er ein Studium beginnen. Zweitliga-Handball alleine genügt ihm nicht. Salger ist nämlich ein Mensch, der gewisse Sicherheiten haben möchte.

Bei den Eulen ist zumindest sicher, dass er häufiger spielen wird als bei der MT Melsungen. Dort kam er nicht so zum Einsatz wie erhofft. Dabei hatte Melsungen viel vor mit Salger. Sie hatten ihn schon früh verpflichtet, weil sie in ihm einen wichtigen Spieler für die Zukunft sahen. Doch die zwei Jahre bei den Hessen entpuppten sich nicht unbedingt als ein glanzvolles Kapitel in der sportlichen Vita Salgers. Offenbar gab es Bemühungen, Salger schon im Winter von Melsungen loszueisen. „Da müssen sie mit der MT Melsungen reden. Da kann ich nicht so viel dazu sagen“, äußerte sich Salger in einem RHEINPFALZ-Interview dazu. Nun blickt Salger vielmehr nach vorne. „Ich möchte wieder Spaß am Handball haben und spielen“, betont er.

Zweite Liga ist kein Neuland für Salger

„Stefan ist jemand, der die Eulen schon kennt. Ich glaube an seine Qualitäten, die er schon gezeigt hat. Er braucht Vertrauen und Spielzeiten, um diese Qualitäten dann konstant abrufen zu können. Dieses Vertrauen möchte ich ihm entgegenbringen“, sagt Eulen-Trainer Ceven Klatt. Der lernte dann bei der Saisonpressekonferenz Ende Juli, dass Salger auch schon in der Zweiten Bundesliga gespielt hat. Drei Jahre sammelte Salger mit der SG Leutershausen in Liga zwei Erfahrungen. „Das wird für ihn aber nun was ganz anderes sein“, sagt Klatt und betont: „Wir werden Stefans einfache Tore brauchen. Ich will ihn aber nicht auf einfache Tore reduzieren, sondern ihn richtig in unser Spiel integrieren.“

Geschäftsführerin Lisa Heßler geht sogar noch einen Schritt weiter: „Stefan wird eine zentrale Rolle einnehmen, nicht nur sportlich. Er soll das Team mitreißen und Spieler mit seinen Erfahrungen mitnehmen. Gerade die jungen Spieler sollen von ihm profitieren. Das erwarte ich von ihm.“

Es wird wohl auch notwendig sein. „Denn die Zweite Bundesliga ist allgemein eine der besten Zweiten Ligen. Alleine schon wegen der Absteiger aus der Bundesliga. Wenn man sich anschaut, welche Kader manche Vereine zur Verfügung haben, dann ist diese Zweite Liga für mich persönlich schon beeindruckend“, sagt Salger.

Salger ist sich bewusst, dass die Saison kein Selbstläufer wird. „Wir sind eine ehrgeizige Mannschaft, keine Frage. Aber es ist eine neue Rolle für uns. Wir waren in der Bundesliga der Außenseiter, der in jedem Spiel ums Überleben gekämpft hat. Nun sind wir in der Zweiten Liga oft der Favorit. Damit muss man lernen umgehen zu können und man muss dann schauen, wie sich die Mannschaft unter diesen neuen Gegebenheiten entwickelt. Vieles ist aktuell schwer vorauszusagen“, sagt er.

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