Ludwigshafen Der Blick für die feinen Details
Den RHEINPFALZ-Lesern ist Bernhard Kunz seit vielen Jahren bekannt – vor allem als langjähriger Sportfotograf, aber auch durch seine Bilder aus Ludwigshafen, Mannheim und dem Rhein-Pfalz-Kreis. Zum Jubiläum hat er in Zusammenarbeit mit der Mutterstadter Verwaltung einen Bildband konzipiert. Seine Fotografien zeigen Mutterstadt im Wandel der Jahreszeiten.
Bernhard Kunz ist waschechter Mutterstadter, er ist in dem Ort aufgewachsen, hat die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte hautnah miterlebt und mit seiner Kamera festgehalten. Auf die Idee, das Jubiläum auch fotografisch zu würdigen, sei er im Prinzip parallel zu Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider gekommen, erzählt der 69-Jährige. Der Bildband im Querformat enthält neue Aufnahmen, die Kunz im Lauf eines Jahres speziell für das Buch gemacht hat. Zu sehen sind beispielsweise markante Gebäude wie das historische Rathaus, das Palatinum oder die Rundsporthalle, Stimmungsbilder mit Abendrot und Regenbogen oder Luftaufnahmen. Auch das Leben in Mutterstadt wird durch die Abbildung von Festen, Vereinsaktivitäten, Sportereignissen oder Kulturveranstaltungen gewürdigt. Ihm sei es zum einem wichtig gewesen, die verschiedenen Aspekte zu dokumentieren, die Mutterstadt ausmachen, erklärt der Fotograf, und zum anderen diese Facetten im Wechsel der Jahreszeiten darzustellen. Dies ist vor allem bei dem Thema Landwirtschaft zu sehen, das untrennbar mit Mutterstadt verbunden ist. Eindrucksvoll sind die Luftaufnahmen, die Bernhard Kunz zum Teil mit einer Drohne gemacht hat. Für manche Aufnahmen ist er aber auch selbst abgehoben und hat aus einem gemieteten Helikopter fotografiert. Gerade solche Luftaufnahmen sind es, die über mehrere Monate geplant werden, denn das Wetter ist dabei der entscheidende Faktor. Deshalb studiert Kunz stets genau die Wettervorhersagen. Man müsse wissen, was man fotografieren wolle, um dann, wenn die Wetterverhältnisse stimmen, bereit zu sein, loszulegen. Einzige Schwierigkeit: „Der Helikopter muss dann auch frei sein.“ Andere Aufnahmen entstanden ganz spontan, waren aber auch vom Wetter abhängig, ein besonders schönes Abendrot beispielsweise. Besonders stolz ist Bernhard Kunz auf die Fotografie mit dem doppelten Regenbogen über Mutterstadt. Natürlich sei da auch das nötige Quäntchen Glück dabei gewesen: „Ich war zufälligerweise gerade zu Hause. Als ich die Regenbögen sah, bin ich sofort mit der Kamera aus dem Haus gestürzt.“ Solche Erfolgserlebnisse sind es, die das Herz des leidenschaftlichen Fotografen höher schlagen lassen. Bernhard Kunz’ Fotografien bestechen durch den Blick fürs Detail: Gefrorenes Wasser auf einem Kartoffelblatt, die Nahaufnahme eines Sprösslings oder besondere Wolkenkonstellationen verleihen den eigentlich alltäglichen Motiven einen neuen Blickwinkel. „Ich wollte zeigen, dass man Mutterstadt interessant fotografieren kann.“ Sonneneinstrahlung oder Gegenlicht verwendet Bernhard Kunz bewusst, um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Um das perfekte Foto zu schießen, braucht man einen langen Atem. Bernhard Kunz machte viele Aufnahmen von ein und dem selben Motiv zu verschiedenen Jahreszeiten und aus verschiedenen Perspektiven. Wenn das Wetter optimal war, zog Bernhard Kunz durch seinen Heimatort und fotografierte. Am Ende hatte er einen großen Fundus. Mit Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider setzte er sich mehrfach zusammen. Gemeinsam dünnten sie den Fundus immer mehr aus, bis schließlich die Endauswahl der Motive für das Fotobuch feststand. Bald geht das Werk in Druck und wird dann im Sommer erhältlich sein, schätzt Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider. Auch für die neue Ortschronik, die beim offiziellen Festakt zur 1250-Jahr-Feier am 28. Oktober präsentiert wird, hat Bernhard Kunz Fotos beigesteuert. |iak