Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Der Arbeitsplatz der Zukunft im neuen Rathaus

Der Abriss des Rathauses soll ist beschlossene Sache: Ein Neubau – wo auch immer – soll 300 Millionen Euro kosten.
Der Abriss des Rathauses soll ist beschlossene Sache: Ein Neubau – wo auch immer – soll 300 Millionen Euro kosten.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Die Stadtverwaltung möchte diese Frage für sich beantworten und damit „einen Systemwechsel und einen Veränderungsprozess einleiten“. Ein Forschungsprojekt des Instituts für Beschäftigung und Employabilty (IBE) der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft begleitet dieses Vorhaben.

Zum Auftakt dazu hat Jutta Rump das Projekt am Montagabend den Mitgliedern des Hauptausschusses per Vortrag vorgestellt. Rump ist Direktorin des IBE und Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie betonte: „Im Kern geht es darum, wie die Stadtverwaltung proaktiv plant und handelt, um ihre Zukunftsfähigkeit zu erhalten, um nachhaltig Dienstleistungen kundenorientiert und über verschiedene Kanäle anzubieten und auszubauen.“

Digitalisierung bis Demografie

Außerdem beschäftige das IBE mit Blick auf das geplante neue Rathaus die Frage, wie Verwaltungen künftig arbeiten werden. Nicht nur die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, auch die zunehmende Digitalisierung sowie das Thema Demografie stellten alle Beteiligten vor die Aufgabe, den Arbeitsplatz der Zukunft neu zu denken. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam einen solchen zukunftsgewandten Prozess starten“, meinte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) zu dem Vorhaben.

„Es gilt, die Stadtverwaltung mit der Fähigkeit zu versehen, aktiv mit einer hohen Flexibilität zu agieren und sich als lernende Organisation ständig weiter zu entwickeln. Gleichzeitig geht es beim Arbeitsplatz der Zukunft auch darum, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter und der Führungskräfte zu erhalten“, so Steinruck weiter.

Neue Anforderungen für Mitarbeiter

Besonders deutlich werde dies im Kontext von mobilem Arbeiten sowie der Digitalisierung von Prozessen. Damit verbunden seien geänderte Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte, an Führungskultur sowie in Bezug auf die Gestaltung und Ausstattung der Arbeitsplätze. „Eine Modifikation der Raum- und Funktionsflächen ist zwingend erforderlich“, ergänzte Anne Niedecken als Leiterin des Bereichs Organisation und Verwaltungsentwicklung, die das Projekt bei der Stadtverwaltung federführend betreut.

Kontinuierlicher Austausch

Eine Projektgruppe aus Vertretern verschiedener städtischer Bereiche, der Personalvertretung, der Gleichstellungsstelle und der Schwerbehindertenvertretung soll anhand organisatorischer, personeller, technischer und räumlicher Aspekte die weitgehenden Veränderungen der Arbeitswelt beleuchten. Diese ganzheitliche Betrachtung solle auch in die Konzeptionierung des neuen Rathauses sowie in die damit verbundene Gesamtflächenplanung einfließen. Ein kontinuierlicher Austausch zwischen dem Forscherteam sowie den Stadtverantwortlichen bildeten das Fundament.

Drei Pilotbereiche

Am Beispiel von drei Pilotbereichen sollen Erkenntnisse erarbeitet und erprobt werden. Darüber hinaus sollen in einem regelmäßigen Austausch auch die Mitarbeiter der Verwaltung aktiv mit einbezogen werden. Diese Erfahrungen sollen in ein Konzept einfließen. Im Anschluss sollen diese Erkenntnisse Schritt für Schritt auf die gesamte Verwaltung übergehen.

Mit im Boot: Hochschul-Professorin Jutta Rump.
Mit im Boot: Hochschul-Professorin Jutta Rump.
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