Wasserball
Der absolute Kracher im Hallenbad Süd
Zumindest auf den Überraschungseffekt darf WSV-Trainer Pierre Hilbich gegen die Schwaben nicht hoffen. Der Sieg und vor allem die starke Leistung seiner Mannschaft gegen München in der Vorwoche wird sicherlich auch der SV Cannstatt registriert haben. Nur dank der besseren Tordifferenz behaupteten die Gäste die Tabellenführung. Die Favoritenrolle ist aus Hilbichs Sicht trotzdem klar verteilt. „Cannstatt ist eine ganz besondere Mannschaft, die von einem ganz besonderen Trainer geformt worden ist“, sagt er anerkennend.
Mit dem Trainer meint Hilbich die Cannstatter Trainerlegende Andras Feher, der in seinen 30 Jahren bei den Schwaben nicht nur 2006 die Deutsche Meisterschaft in den Süden geholt hatte, sondern auch bei der Formierung der aktuellen Truppe entscheidenden Anteil hatte. Imvergangenen Sommer war er wieder in seine Heimat Ungarn zurückgekehrt. Seinem Nachfolger Jürgen Rüdt hat er dabei eine echte Auswahlmannschaft hinterlassen. Eine Baden-Württemberg-Auswahlmannschaft zugegebenermaßen. „Vor zwei Jahren, als Ludwigsburg, Pforzheim und Bietigheim ihre Mannschaften zurückgezogen haben, sind jeweils die stärksten Spieler nach Cannstatt gewechselt“, weiß Hilbich, der in den Schwaben deshalb den Aufstiegskandidaten Nummer eins sieht.
An reguläres Training nicht zu denken
Die eigene Mannschaft sei zwar voraussichtlich komplett, nach vier Spielen in Folge sei aber nicht an reguläres Training zu denken. „Wir machen in erster Linie Regeneration. Fitnesstrainer Stephan Schunk war eher mit der Pflege kleinerer und größerer Blessuren beschäftigt als mit echter Arbeit an konditionellen Defiziten. „Uns fehlt im Moment einfach eine Pause“, sagt Hilbich.
Gegen Cannstatt sollen aber noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert werden. Und chancenlos sieht er seine Mannschaft auch gegen die Cannstatter nicht. „Wir dürfen uns nicht am Gegner orientieren, sondern wir wollen wieder unsere Systeme spielen.“ Das habe schließlich auch gegen München zumindest über drei Viertel gut funktioniert. „Daran wollen wir uns orientieren und nicht übermotiviert ins Spiel gehen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass so etwas immer schiefgeht.“ Das Erfolgsrezept sei eigentlich ganz einfach. „Wir versuchen in unser Spiel zu finden. Das muss Cannstatt bei uns im Bad dann erst einmal schaffen.“