Ludwigshafen Dauerbaustelle sorgt weiter für Zündstoff

Kunden können die Firma EKM in der Lagerhausstraße seit ein paar Tagen nur noch zu Fuß erreichen.
Kunden können die Firma EKM in der Lagerhausstraße seit ein paar Tagen nur noch zu Fuß erreichen.

Beim Endspurt der Bauarbeiten in der Lagerhausstraße in Süd empört sich die ansässige Firma EKM GmbH, dass sie derzeit für Kunden und Lieferanten kaum mehr erreichbar ist und wirft der Stadtverwaltung schlechte Kommunikation vor. Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) bemüht sich um Schadensbegrenzung. Er kritisiert das ausführende Bauunternehmen.

Seit Dienstag sind die Zufahrten zu den Parkplätzen des Küchenstudios und Elektrogerätefachgeschäfts gesperrt, schildert Carmen Lisay die Lage bei EKM. Das sei so nicht kommuniziert worden, beklagt sie gegenüber der Verwaltung in einem Schreiben. Vielmehr sollte die Vollsperrung erst ab 17 Uhr am heutigen Freitag erfolgen. Erst für morgen, Samstag, sei gegenüber EKM angekündigt gewesen, dass die Kunden nur noch zu Fuß über die Böcklinstraße ins Geschäft gelangen könnten. Lisay: „Leider hat sich das komplett geändert.“ Eine Belieferung mit beziehungsweise Abholung von Waren aus ihren Geschäften sei nicht möglich. Planen konnten die Geschäftsleute das nicht. Am Samstag bleibe nun die Küchenabteilung geschlossen, in der Elektroabteilung sei eine Notbesetzung eingerichtet, erläutert Lisay. „Dies hätten wir auch für die ganze Woche so planen können. So aber haben wir in allen Bereichen Chaos. Verkaufte Ware kann nicht abgeholt, neue Ware nicht angeliefert werden, und das Personal wird bezahlt für das Zuschauen an der Baustelle. Schlechter hätte man uns kaum informieren können.“ Carmen Lisay hat viele Fragen an die Verwaltung, zum Beispiel: Warum ist es erst jetzt möglich, an der Mundenheimer Straße eine Umleitung mit den Firmennamen anzubringen? Warum hat man diese nicht von Beginn an angebracht? Nach Lisays Informationen war von vornherein ein Zwei-Schichtbetrieb auf der Baustelle vereinbart. Der habe aber nicht stattgefunden. Immerhin sehe man seit zehn Tagen, was möglich gewesen wäre: Eine hohe Anzahl von Bauarbeitern und verlängerte Arbeitszeiten sowohl unter der Woche als auch am Freitag und Samstag. „Mit diesem Engagement wäre eine Fertigstellung im April möglich gewesen“, so die Geschäftsfrau. Ihre bittere Bilanz: Was Großmärkte und das Internet nicht geschafft hätten, schaffe die Stadt mit der Baustelle: „50 Prozent Umsatzeinbußen, Abteilungsschließung und Personalabbau.“ Baudezernent Klaus Dillinger räumt in einem Antwortschreiben ein, dass die Umstände vor dem eigentlichen Sperrwochenende im Gespräch mit den Geschäftsleuten zu kurz gekommen seien. Zudem soll der gesamte Baustellenablauf noch kritisch diskutiert werden. Dillinger lässt anklingen, dass es zum Beispiel nicht die beste Entscheidung war, die Lagerhausstraße zwischenzeitlich für neun Monate zu öffnen, um den Geschäftsleuten eine Verschnaufpause zu geben. Die Aufarbeitung werde zwar den Geschäftsleuten nichts mehr nützen, „trotzdem wäre ich Ihnen für einen entsprechenden Austausch dankbar“, schreibt Dillinger an Lisay. Der Baudezernent macht aber auch auf die Nöte der Verwaltung aufmerksam: „Für uns stellen sich bei Sanierungen in der bebauten Ortslage viele weitere Fragen, die es abzuwägen gilt.“ Dazu zählten Belastungen durch Umleitungen für Autofahrer und Anwohner. Auch Nachtarbeiten seien fürs Wohnumfeld schwierig und trieben die Kosten hoch. Letztendlich sei die Stadt abhängig von der Umsetzung durch die beauftragten Baufirmen. Damit ist Dillinger im Fall Lagerhausstraße nicht zufrieden. Er erwartet in einigen Punkten sogar eine juristische Auseinandersetzung. „Unserer Meinung nach hätte die Baustelle über einen viel größeren Zeitraum so laufen können, wie es in den letzten Tagen zu beobachten war.“ Dillinger betont, dass sein Angebot steht, demnächst eine gemeinsame Aktion zu starten, um die Straße mit ihren Geschäften wieder in das Bewusstsein der Kunden zu rücken.

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