Ludwigshafen „Das Ziel deutlich verfehlt“

LUDWIGSHAFEN. Der SV Südwest Ludwigshafen bleibt in der Fußball-Bezirksliga nur Mittelmaß und über wintert wie schon im vergangenen Spieljahr nach 19 Spieltagen mit 33 Punkten auf Tabellenplatz sieben. „Unser Ziel, uns in der Spitzengruppe zu etablieren und vielleicht auch bei der Titelvergabe mitzusprechen, haben wir deutlich verfehlt“, spricht Spielertrainer Cem Islamoglu bei der Halbzeitbilanz enttäuscht Klartext.
„Ich kann noch nicht einmal behaupten, dass ich von den Leistungen her unzufrieden war“, blendet Islamoglu zurück, „nur die Ergebnisse haben oft nicht gestimmt“. Ständige Lobhudelei anderer Trainer, dass der SV Südwest viel Potenzial besitze und vom spielerischen Niveau her eine Spitzenelf sei, mag er nicht mehr hören. „Die Mannschaft tut sich gegen meist defensiv eingestellte Gegner schwer und findet oft weder Mittel noch Ideen massive Abwehrreihen zu knacken. Der effektive Abschluss fehlt“, beklagt der Coach. Trotz allem: Die Torausbeute von 43 Treffern kann sich sehen lassen und wird nur von den vier Besten der Liga getoppt. In Ercan Arslan (14 Treffer), Mittelfeldspieler und Co-Trainer Nauwid Amiri (8) und dem anfangs lange verletzten, jetzt aber wieder torgefährlichen Geri Hasa (5) weiß der SV Südwest Stürmer in seinen Reihen, die in der Torjägerliste mit vorne stehen. „Gemessen an Aufwand und Möglichkeiten ist der Ertrag zu gering“, rechnet Islamoglu vor. Gegen den VfB Haßloch daheim (0:2) und auswärts in Deidesheim (3:4, trotz dreimaliger Führung), Seebach (1:2), bei 08 Mutterstadt (0:0) und in Ruchheim (2:2) habe die Mannschaft insgesamt mindestens zehn Punkte verschenkt. „Ich bin Realist. Der Zug Richtung Meisterschaft oder Relegation ist abgefahren. Zu den Favoriten ist der Abstand mittlerweile zu groß“, bekennt Cem Islamoglu. In Spielen, die lange auf der Kippe standen, hätten erfahrene Leistungsträger wie Nauwid Amiri (16 Einsätze), Ercan Arslan (14), Rico Renner (19) oder Arber Zogaj (15) teilweise versagt, bemängelt der Coach. „Von ihnen muss ich erwarten können, dass sie in brenzligen Situation Ruhe und Übersicht behalten. Stattdessen verlor die Mannschaft oft aus Hektik und Nervosität die Linie und wurde dafür bestraft.“ Von der Kritik nimmt er auch seinen robusten Abwehrspieler Dennis Humann (17 Einsätze) nicht ganz aus. Islamoglu zählt ihn neben Ercan Arslan allerdings zu den beständigsten Spielern der 19 eingesetzten Akteure. Islamoglu selbst, der eigentlich lieber von draußen Weisung geben möchte, ist mit seiner Erfahrung und als vorbildlicher Kämpfer und Impulsgeber unverzichtbar. Als Abwehrchef stand der 36-Jährige in 18 Punktspielen (davon vier Teileinsätze) auf dem Platz. Die besten Auftritte bescheinigt der Trainer gegen den lange als Titelaspirant gehandelten, zuletzt aber hinter Südwest auf Rang acht abgestürzten FC Lustadt (6:2, 2:1) und gegen den favorisierten Tabellenzweiten SV Büchelberg (2:2) am achten Spieltag. „Da hat fast alles gepasst.“ In Lustadt und Queichhambach (jeweils 6:2), Jockgrim und Steinfeld (jeweils 4:1) und Frankenthal (4:0) feierte Südwest die höchsten Siege. Eine deftige 0:5-Klatsche kassierten die Blau-Weißen am zweiten Spieltag in Billigheim-Ingenheim. Dagegen wurde Heimstärke deutlich: Sieben der zehn Siege gelangen auf dem Südwest-Platz, wo auch nur zehn Gegentreffer kassiert wurden. Nur drei Spiele überstand Südwest ohne Gegentor. Auch die Partie in Mutterstadt (0:0), wo Stammtorhüter und Torwart-Trainer Michael Zoll (44) mit einer schweren Armverletzung ausschied. Der Unfall bedeutet womöglich das Ende seiner aktiven Karriere. Denn, so befürchtet Islamoglu, wird Michael Zoll in dieser Saison nicht mehr in den Kader zurückkehren. Mit Vahit Türk (32) von Phönix Schifferstadt II, der in der Saison 2006/2007 bereits kurzzeitig das Südwest-Trikot trug und damals in der Verbandsliga 14 Einsätze hatte, verpflichtete Südwest in der Winterpause einen zweiten Torhüter neben Tobias Wilk. |crd