Ludwigshafen
Das spontane Interview: Zwei Feuerwehrmänner über ihre Arbeit in Ludwigshafen
Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern haben wir in Rheingönheim Lukas Fischer aus Hanhofen und Eric Ebel aus Waldsee getroffen. Die beiden BASF-Werksfeuerwehrleute stärkten sich vor einem anstehenden Seminar über Feuerlöscher.
Was muss ich über Feuerlöscher in Privathaushalten wissen? Stimmt es, dass man die wirklich jedes Jahr kontrollieren sollte?
Eric Ebel: Das werden wir auch erst nachher erfahren.
Wie lange sind Sie schon bei der Feuerwehr?
Lukas Fischer: Ich bin jetzt seit zwei Jahren dabei.
Wie kam es dazu?
Lukas Fischer: Das war eigentlich Zufall. Ich habe zunächst eine Kfz-Lehre gemacht und danach in der BASF noch einmal Maurer gelernt. Dann hatte ich Lust auf Feuerwehr, habe mich beworben und wurde genommen.
Sie sind beide kurz nach dem Unglück im Nordhafen zur Feuerwehr gekommen. Wie war da die Stimmung in der Wehr?
Eric Ebel: Das ist für uns schwer zu sagen, weil wir ja nicht wissen, wie die Stimmung vorher war. Generell wissen wir, dass wir unser Möglichstes tun, um zu verhindern, dass sich so ein Vorfall wiederholt. Wir wissen aber auch, dass in einem so großen Werk trotz aller Sicherheitsvorkehrungen immer etwas passieren kann, und versuchen, darauf vorbereitet zu sein.
Sind Sie schon auf ein Fachgebiet spezialisiert?
Lukas Fischer: Nein. Bei uns muss jeder ein bisschen von allem können, und gemeinsam muss die ganze Truppe funktionieren.
Wie viele Mitarbeiter sind denn bei der Werksfeuerwehr beschäftigt?
Eric Ebel: Das weiß ich jetzt gar nicht so genau. Wir sind auf alle Fälle pro Schicht 19 Mann, verteilt auf zwei Wachen.
Fast immer, wenn ich im Werk zu tun habe, habe ich auch das Gefühl, dass dort die Feuerwehr fährt. Wie oft rücken Sie denn pro Schicht aus?
Lukas Fischer: Das kann man so pauschal eigentlich nicht sagen. Wir rücken eben immer aus, wenn wir alarmiert werden, und natürlich bei den Probealarmen. Mal mehr, mal weniger, aber mehrmals am Tag ist das schon.
Am Wochenende kam ein Berufskollege aus Augsburg bei einer Schlägerei auf der Straße ums Leben. Wie groß ist in einem solchen Fall das Mitgefühl?
Lukas Fischer: Na ja, es war ja ein Angriff in seinem Privatleben. Da passiert täglich in ganz Deutschland sehr viel. Wenn es einen Kollegen im Einsatz betrifft, dann ist das noch einmal eine ganz andere Sache.
Ich habe gesehen, dass Sie nicht mit Ludwigshafener Kennzeichen hier eingefahren sind. Wie oft kommen Sie nach Ludwigshafen?
Lukas Fischer: Ich komme eigentlich erst hierher, seit ich hier arbeite. Und privat komme ich bis heute nicht hierher.
Eric Ebel: Das ist bei mir ähnlich.