Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Das spontane Interview: Osman Faoud über das Leben in der Ludwigshafener Innenstadt

Volker Endres (links) im Gespräch mit Osman Faoud.
Volker Endres (links) im Gespräch mit Osman Faoud. Foto: KUNZ

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir in der Bismarckstraße in der Innenstadt Osman Faoud getroffen. Der 38-Jährige lebt seit fünf Jahren in Ludwigshafen, steht aber kurz vor einem Ortswechsel.

Herr Faoud, mir ist eben das technische Gerät in Ihrer Hand aufgefallen. Das kenne ich noch nicht. Können Sie mir sagen, was das ist?
Das ist eigentlich ein ganz normales Metermaß. Es sieht nur so seltsam aus, weil es noch in der Verpackung ist.

Wofür brauchen Sie denn ein Maßband?
Ich muss meinen Kühlschrank ausmessen. Ich will ihn heute noch verkaufen, aber dafür benötige ich die Ausmaße.

Haben Sie denn schon einen neuen Kühlschrank?
Nein. Ich löse gerade meine Wohnung auf, weil ich Ende Februar aus Ludwigshafen wegziehen werde. Ich kaufe mir dann einen neuen Kühlschrank für meine neue Wohnung.

Warum ziehen Sie aus Ludwigshafen fort?
Ich habe einen neuen Arbeitsplatz in Ramstein gefunden. Dort suche ich mir auch eine neue Wohnung.

Wie lange waren Sie denn in Ludwigshafen?
Insgesamt fünf Jahre. Ich hatte hier einen Job als Leiter der Produktionslinie in einer Firma gefunden, die auf Kühltechnik spezialisiert war, aber dort bin ich mittlerweile nicht mehr tätig.

Und von woher kamen Sie nach Ludwigshafen?
Ich habe vorher in Klein-Breitenbach im Odenwald gelebt. Das gehört zu Mosbach.

Aus dem Odenwald nach Ludwigshafen: Das ist doch ein ziemlicher Kulturschock, oder?
Ja, das kann man schon so sagen. Hier war alles anders. Aber wirklich gefallen hat es mir nicht. Ich vermisse vor allem das Nachtleben. Ich wohne direkt hier in der Bismarckstraße in der Innenstadt, aber hier ist es abends wirklich sehr ruhig. Von einem echten Nachtleben kann man eigentlich gar nicht sprechen.

Und woher stammen Sie ursprünglich?
Ich komme aus Ägypten, habe aber schon seit 2016 die deutsche Staatsbürgerschaft.

Und was hat Sie ausgerechnet nach Klein-Breitenbach verschlagen?
Zum einen kannte ich dort Leute, und zum anderen habe ich dort einen Arbeitsplatz gefunden.

Hier in Ludwigshafen hat jahrelang ein ägyptischer Wasserball-Nationalspieler gespielt. Ahmed Mohamed ist sein Name. Er ist Ihnen aber nicht bekannt?
Nein. Unter den ägyptischen Sportlern ist im Moment Mo Salah vom FC Liverpool der bekannteste. Um ehrlich zu sein, kenne ich nicht einmal die Sportart Wasserball.

x