Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Das spontane Interview aus Ludwigshafen: Über das Einkaufen in Zeiten von Corona

Hans-Jürgen Janke im Gespräch mit RHEINPFALZ-Mitarbeiter Volker Endres (links).
Hans-Jürgen Janke im Gespräch mit RHEINPFALZ-Mitarbeiter Volker Endres (links).

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir auf dem Parkplatz eines Discountermarkts in Friesenheim Hans-Jürgen Janke getroffen. Der 76-Jährige lebt in Pfingstweide, nutzte aber gleich die Gelegenheit zum Einkauf.

Herr Janke, sind das schon klassische Hamsterkäufe?
Nein, wir haben fast ganz normal eingekauft. Es war nur ein wenig mehr Katzenfutter als sonst.

Und Sie sind dafür extra nach Friesenheim gefahren?
Also wir haben gehört, dass in Pfingstweide Nudeln, Eier, Haushaltspapier und Mehl ausverkauft sind. Aber wir sind deswegen trotzdem nicht hierhergekommen. Ich muss bei der BASF Bauen und Wohnen etwas abgeben, und da haben wir die Fahrt einfach genutzt, um zu sehen, ob wir hier noch alles bekommen.

Und? Waren Sie erfolgreich?
Ja. Hier gab es noch alles. Wir haben sogar noch ein paar Eier für unsere Nachbarin mitgenommen. Die wollte einen Kuchen backen, und dafür braucht man nun einmal Eier.

Aber Sie haben noch keine Nachbarschaftshilfe organisiert?
Nein. Dazu bestand noch kein Anlass. Aber wir haben insgesamt einen guten Kontakt im Haus. Ich gehe davon aus, dass das klappen würde.

Gab es denn schon Auswirkungen in Pfingstweide?
Also am Sonntag war es schon sehr ruhig. Und im Haus Noah, wo ich noch ein wenig als Hauswart unterwegs bin, wurden nach einem Beschluss des Vorstands sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Also kein Spielenachmittag und auch kein Mittagessen oder Bastelangebot. Das ist zwar sehr schade, aber der Beschluss ist völlig richtig. Außerdem bin ich aktuell als Mitglied des TV Maudach betroffen. Da wollten wir demnächst einen Ausflug mit unserer Gruppe machen, und jetzt wissen wir nicht, ob wir dort noch hinfahren können. Wahrscheinlich wohl nicht.

Sie gehören mit über 70 Jahren zur Risikogruppe. Haben Sie denn schon Konsequenzen gezogen?
Meine Frau und ich ziehen uns so weit es geht zurück. Ich versuche, immer mindestens 1,50 Meter Platz zwischen mir und der nächsten Person zu lassen. Unseren Einkauf fahren wir jetzt nach Hause, laden aus und dann versuchen wir, niemanden mehr zu treffen. Vielleicht machen wir noch einen Spaziergang, aber Menschenansammlungen wollen wir auf alle Fälle meiden.

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