Ludwigshafen Das neue Herz der Chemie

Blick in das ultramodene Technikum der BASF.
Blick in das ultramodene Technikum der BASF.

Auf dem Werksgelände der BASF liegen Tradition und Zukunft eng beieinander. Gerade einmal ein Steinwurf liegt zwischen dem Ammonlabor, in dem schon Carl Bosch geforscht hat, und dem ultramodernen Technikum. Das ist ein Forschungszentrum für Katalysatoren und Verfahren, das heute vom Bereichsleiter Verfahrenstechnik und Verfahrensforschung Detlef Kratz offiziell eröffnet wird.

„Das Gebäude ist von 1955, aber der Inhalt ist hochmodern“, erläutert Hausleiter Martin Dieterle. „Wir bilden hier kleine und mittelgroße Testanlagen ab.“ Anlagen, die praktisch im Echtzeitbetrieb laufen, sogar an die Rohrbrücken des Werks angeschlossen sind und entsprechend mit den nötigen Rohstoffen versorgt werden. „Wir können hier mit jeder Art von Chemie arbeiten“, sagt Dieterle. Dabei bleiben die wichtigen Details den meisten Besuchern verborgen. „Das Know-how steckt an Stellen, an dem man es nicht vermutet“, verrät er vielsagend beim Rundgang. Dafür wurde das historische Gebäude in den vergangenen beiden Jahren über 20 Meter Höhe komplett entkernt. Im Erdgeschoss entstand zunächst Platz für zwölf Forschungsanlagen. „Wir können die Bauteile an anderer Stelle vorfertigen und dann hier ohne Probleme einbauen.“ Ohne auf eine konkrete Summe für den Gesamtbau einzugehen, meint Dieterle: „Die Kosten für die Anlagen liegen höher als die Baukosten.“ Alles wurde individuell für die Prozessoptimierung entwickelt. Zur hochautomatisierten Versuchsanlage gehört die modulare Bauweise ebenso wie die Nutzung digitaler Techniken zur besseren Visualisierung der Testergebnisse. In das aufwendige Projekt investiert die BASF einen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Dabei sei die Eröffnung der zwölf Versuchsanlagen lediglich der erste Schritt. „Wir bereiten gerade die zweite Etage vor, in der noch einmal so viele Anlagen Platz haben“, so Dieterle. Eine weitere Geschossfläche werde vorgehalten. Ausgebaut werde aber erst bei Bedarf. Dafür kündet ab sofort ein kleines Licht im Gesamtwerk von den Aktivitäten der Forschungsabteilung auf der Suche nach Katalysatoren. „Die Fackel auf dem Dach brennt 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche für die sichere und saubere Entsorgung der entstandenen Stoffe“, so Dieterle. Eine Anlage, die täglich 40.000 Kubikmeter Luft austauscht, sorgt für klaren Blick in den Forschungsräumen. Aspekte wie Bedienungs- und Wartungsfreundlichkeit waren bei Planung und Bau der neuen Testanlage ebenso wichtig wie die Vereinfachung von Arbeitsabläufen durch Digitalisierung. Die Anlagen können aus separaten, ruhigen Arbeitsräumen gesteuert und überwacht werden. Die Versuche können Tage, aber auch mehrere Monate laufen. Das Motto für die Einweihung ist entsprechend selbstbewusst gewählt: „Mit Optimismus in die Zukunft.“

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