Ludwigshafen Das mulmige Gefühl trügt
LUDWIGSHAFEN. Kurz vor Ende der Tennissaison haben die Damen 40 des BASF TC Ludwigshafen mit einem 6:3-Erfolg über Gastgeber DTV Hannover die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Es war der erste Mannschaftstitel für die Ludwigshafenerinnen.
„Wir sind mit einem mulmigen Gefühl nach Hannover gefahren“, verriet Mannschaftsführerin Doris Arnade, die selbst die ganze Runde über verletzt aussetzen musste und nur vom Spielfeldrand aus mitfiebern konnte. Spitzenspielerin Jurate Hardy fehlte ebenfalls. Die litauische Nummer eins der AK-45-Weltrangliste war am Finalwochenende vertraglich an ein Turnier in Kitzbühl gebunden. Im Halbfinale am Samstag wartete der amtierende Deutsche Meister TC GW Oberkassel, Sieger der Regionalliga West, auf die erfolgsverwöhnten Pfälzerinnen, die ohne Niederlage die Regionalliga Südwest dominiert hatten. Doch schon in den Einzeln stellten die Damen des BASF TC die Weichen auf Sieg, gingen mit dem Rückenwind einer 4:2-Führung in die Doppel, hatten dabei aber auch das nötige Quäntchen Glück: Piret Ilves an Position zwei und Punkt sechs Uta Simmler siegten jeweils im Matchtiebreak. Im Doppel brannte nichts mehr an, da setzte die von Florian Simmler betreute Mannschaft ihre Hoffnungen auf die Paarung Stefanie Heim und die Estin Ilves, die 2013 noch Erste in der Doppel-Weltrangliste ihrer Altersklasse war. Mit 6:4, 6:3 erfüllte das Ludwigshafener Spitzendoppel die Erwartungen und stellte den Finaleinzug sicher. Dort warteten die Gastgeberinnen des DTV Hannover, die sich gegen Bayern-Vertreter TeG Wasserburg-Reitmehring durchgesetzt hatten. Und wieder erwischten die BASF Damen den besseren Start. Stefanie Heim, Piret Ilves, Martina Martinello und Uta Simmler sorgten mit ihren Erfolgen erneut für eine 4:2-Führung nach den Einzeln. Gloria Merkel-Schroth, die im Halbfinale noch siegte, und Alexandra Köth unterlagen zwar, hatten aber über die Saison hinweg ebenfalls großen Anteil am Teamerfolg. Damit ruhten die Hoffnungen auf der Paarung Heim/Ilves. Die machten das Doppel zum Nervenspiel. Und das nicht nur, weil die Entscheidung zunächst vertagt und in der Halle ausgetragen wurde. Beim ersten Ballwechsel rutschte die für Ludwigshafen spielende Estin aus und musste auf dem Platz behandelt werden. „Da ist uns allen der Schreck in die Glieder gefahren“, verriet Mannschaftsführerin Arnade. Aber Ilves biss auf die Zähne sicherte mit einem dicken Verband um den verletzten Fuß das 7:6, 6:2 und damit die umjubelte Meisterschaft, die auf der Heimfahrt ausgiebig gefeiert wurde. „Wir sind besonders stolz darauf, weil wir es ohne Jurate Hardy geschafft haben“, jubelte Arnade.