Ludwigshafen „Das macht stolz“

Seit 1983 bei der GAG: Sonja Müller-Zaman.
Seit 1983 bei der GAG: Sonja Müller-Zaman.

Gesichter wie das von Sonja Müller-Zaman prägen die GAG. Nicht nur, weil die 57-Jährige schon seit 1983 bei der Wohnungsbaugesellschaft tätig ist, sondern auch, weil sie überzeugte Ludwigshafenerin ist. Sie ist in Süd aufgewachsen und wohnt noch heute hier. „Ludwigshafen ist ein super Wohnstandort“, sagt Müller-Zaman ganz überzeugt. Und damit ist ihr ganz elegant die Überleitung zu ihrem Job gelungen. Denn in dem geht es ganz entscheidend darum, Ludwigshafen als Wohnstandort zu entwickeln und zu vermarkten. Projektentwicklung nennt sich die Aufgabe ganz offiziell. Und Müller-Zaman, die zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei der BASF machte und später bei der GAG berufsbegleitend Betriebswirtschaft (BWL) studiert hat, nimmt dabei im GAG-Gefüge eine Sonderrolle ein. Sie ist nämlich keine Architektin oder Ingenieurin. Ihr Aufgabe ist aber nicht minder wichtig. „Ich entwickle die Nutzungskonzepte für Freiflächen.“ Eben damit diese später auch gut vermarktet werden können. Als Krönung und schönste Projekte nennt Müller-Zaman die Christian-Weiß-Siedlung in Süd und das Rheinufer Süd. Vor allem bei der Weiß-Siedlung an der Saarlandstraße „haben wir jahrelang überlegt, wie die Wiederaufrichtung der alten Gebäude funktionieren kann“. Das Ergebnis macht sie glücklich: „Das ist eine Hommage an die ursprüngliche Siedlung, also vom Bauhaus geprägt, plus Modernität.“ Noch eine Ecke größer und unkonventioneller war ab 2001 die Aufgabe am Rheinufer Süd sowie im Bereich des Luitpoldhafens. „Bis dahin war meine Aufgabe vor allem der Kauf von Grundstücken für Projekte und dann kauft man plötzlich Werfthallen oder Uferkanten.“ Man könne sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen, wie das gesamte Areal am Rhein ausgesehen habe. „Am Anfang gab es auch viel Skepsis, ob so etwas in Ludwigshafen funktionieren kann“, weiß Müller-Zaman. Um mit der Erfahrung von heute sagen zu können: „Wir hätten sogar doppelt so viele Flächen vermarkten können. So ein Ergebnis am Rheinufer und auf der Parkinsel macht stolz.“ 35 Wohnungen pro Jahr verkauft Ihre Aufgabe sei eine Mischung aus Planung und kaufmännischem Bereich. „Das ist spannend und macht Spaß.“ Zumal sich an diesem Job auch die Entwicklung des Wohnungsmarktes nachvollziehen lässt. Zunächst ging es für Müller-Zaman, nachdem sie 1990 die Leitung der Grundstücksverwaltung übernommen hatte, darum, „Bauerwartungsland zu erwerben, ich musste also für die GAG Grundstücke beschaffen“. Als Beispiele nennt sie die großen Baugebiete in der Melm, in Rheingönheim, Ruchheim (Nord-Ost) und Maudach. Damals war oft kostengünstiges Bauen angesagt. „Was ja jetzt wieder ein Thema wird.“ Später waren Reihenhäuser ein Thema. Da ab Ende der 1990er-Jahre die Nachfrage nicht mehr so groß war, startete die GAG ein Privatisierungsprogramm. Auch dieses betreut Müller-Zaman bis heute. „Wir verkaufen Wohnraum an unsere Mieter. Damit wollen wir steuern, die Fluktuation reduzieren und die Hausgemeinschaften sowie die Quartiere stärken.“ In ihrer Abteilung wird dann der ganze Prozess bis hin zum Kaufvertrag und der Übergabe begleitet. Die GAG gehe die Umwandlung behutsam an. 2000 Wohnungen waren Ende der 1990er-Jahre dafür ausgesucht worden. „700 sind noch vorhanden.“ Pro Jahr werden etwa 35 Wohnungen verkauft. Auch Neubauprojekte schaut sie sich stets konzeptionell an. Wenn etwa die politische Ansage komme, dass 200 Sozialwohnungen oder betreute Seniorenwohngruppen nötig seien, „schauen wir, was wir an Grundstücken haben und wie dort jeweils die Infrastruktur ist“. Wenn die Kriterien erfüllt werden, kann die Planung beginnen – und das Projekt geht an den Planer, sodass dieser Überlegungen zu Wohnungsgrößen anstellt. „Wir überlegen also zunächst, was geht auf einem Grundstück und was macht Sinn“, erklärt Müller-Zaman.

Zur Einweihung der neuen Christian-Weiß-Siedlung gab’s im September 2018 ein großes Fest.
Zur Einweihung der neuen Christian-Weiß-Siedlung gab’s im September 2018 ein großes Fest.
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