Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Das letzte Derby geht an Friesenheim

Acht Tore erzielte Marlen Wehr für Mundenheim – alle in der ersten Halbzeit.
Acht Tore erzielte Marlen Wehr für Mundenheim – alle in der ersten Halbzeit.

Auch im zweiten Lokalderby der Handball-Oberliga jubelten am Ende die Damen der TSG Friesenheim. In zwei grundverschiedenen und doch irgendwie gleichen Spielhälften unterlag Gastgeber VTV Mundenheim am Ende verdient mit 16:23 (12:8) und musste mit ansehen, wie ausgelassene Friesenheimerinnen im Schulzentrum feierten.

Danach hatte es im ersten Durchgang noch nicht ausgesehen. Aus einer stabilen Abwehr heraus kamen die VTV dynamisch nach vorne. Vor allem Marlen Wehr war kaum zu bremsen, erzielte vor der Pause acht der zwölf VTV-Treffer. „Für uns sind zwölf Tore absolut okay, aber vor allem standen wir in der Abwehr brutal gut“, bilanzierte VTV-Trainer Thorsten Engert. Sein Gegenüber Martin Buschsieper haderte hingegen vor allem mit der Einstellung seiner Spielerinnen in den ersten 30 Minuten.

Nach dem Seitenwechsel dann im Prinzip das gleiche Bild – nur unter umgekehrten Vorzeichen. Nun hatten die Friesenheimerinnen ihre Deckung stabilisiert, fand Torhüterin Shanice Little immer besser ins Spiel. Auf dieser Grundlage fanden die Friesenheimerinnen nun auch immer mehr Selbstvertrauen im Angriff. Lara Schneider inszenierte die Spielzüge und Angelina Schreyer brach durch die Lücken, traf per Siebenmeter und war überall dort zu finden, wo es die VTV am meisten nervte. Mit sieben Toren im zweiten Durchgang trug sie einen maßgeblichen Anteil an der Wende. Die Gastgeberinnen wirkten hingegen von Minute zu Minute ratloser, hektischer und gaben das Spiel aus den Händen.

Nur vier Tore in zweiten Halbzeit erzielt

„Im Prinzip haben wir nur die Dinge gemacht, die wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten. Aber wir waren undiszipliniert in der Abwehr und schlecht im Eins-gegen-eins. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann wesentlich besser gemacht“, analysierte Buschsieper. Eine Bilanz, wie sie auch von Thorsten Engert hätte stammen könnte – nur mit vertauschten Halbzeiten. „Es hat sich so angefühlt, als ob wir der TSG in der Pause unsere Einstellung in der Abwehr geschenkt hätten“, schimpfte er.

Erst einmal ins Rollen gekommen, war die TSG nicht mehr aufzuhalten. Nach dem 13:13-Ausgleich durch Jade Walburg spielte nur noch der Gast, was wiederum eine eklatante und seit mehreren Spielen dauerhafte Schwäche der VTV aufdeckte: Vier Tore im zweiten Durchgang sind nicht oberligareif.

„Am Ende haben wir über die Emotionen gewonnen“, freute sich Martin Buschsieper und verwies auf die besondere Bedeutung des Spiels: Es war das letzte Derby in dieser Form. In der kommenden Saison bilden die Friesenheimerinnen eine Spielgemeinschaft mit der TSG Ketsch. Umso süßer schmeckte der Sieg beim Lokalrivalen. Und umso angefressener war die Reaktion bei den Mundenheimerinnen: „Ich erwarte von meinem Team eine Reaktion. Und das nicht erst zu den Spielen am Freitag und am Sonntag, sondern bei der Trainingswoche“, kommentierte Engert.

So spielten sie

VTV Mundenheim: Meiszis, Hofmann – Reis (2), Wehr (8/5), Götz (2) – Tines (3), Weingarte (1) – Köbele – Butz, Mayer, Heiser

TSG Friesenheim: Little, Topanica – Heidger (1), Schneider (1), Freitag (3) – Sulta (1), Walburg (5) – Schreyer (10/7) – Tack, Scheid (1), Schütz, Jentzsch, Heßler (1), Kerth

Spielfilm: 4:2 (8.), 12:8 Hz., 14:14 (42.), 16:23 Ende – Zeitstrafen: 6:6 – Siebenmeter: 6/5 – 7/7 – Beste Spieler: Wehr – Little, Schreyer, Schneider - Zuschauer: 95 – Schiedsrichter: Klemm/Schwarz (Dahn).

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