Ludwigshafen „Das ist kein Hund, das ist Paul“
„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche unterwegs auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern haben wir in Ruchheim Carmen Köpp aus Mutterstadt getroffen. Die 57-jährige gelernte Altenpflegerin hat sich mit ihrem Dekorations- und Geschenkgeschäft vor zweieinhalb Jahren einen Traum erfüllt. Sie hat gerade den Gehweg vor ihrem Geschäft gereinigt.
Eigentlich nicht, aber es muss ja jemand machen, und ich übernehme das gerne für die Hauseigentümer. Und Ihr Hund hilft Ihnen dabei? Paul ist seit zweieinhalb Jahren unser Sympathieträger. Der ist hier schon bekannter als das Geschäft an sich, weil er immer vor der Tür sitzt und die Leute begrüßt. Die Schulkinder, die vorbeikommen, kennen ihn schon alle. Wenn die mit ihren Eltern hier entlanglaufen und die Eltern sagen: „Schau mal, da sitzt ein Hund vor der Tür“, dann sagen die Kinder schon: „Das ist kein Hund, das ist Paul.“ Wie kommt man als Altenpflegerin zu einem Dekorationsgeschäft? Basteln und Dekorieren waren schon immer Hobbys von mir, und jeder weiß selbst, dass Altenpflege in jeder Hinsicht ein unheimlich aufreibender Beruf ist. Es war schon immer mein Traum, mein Hobby zum Beruf zu machen, und hier hat das geklappt. Aber die alten Verbindungen gibt es natürlich noch. Ich statte zum Beispiel einige Altenpflegeheime mit Adventskränzen aus. Sie kommen aus Mutterstadt. Warum haben Sie ihr Geschäft in Ruchheim angesiedelt? Die Lage und der Mietpreis hier im ehemaligen „Schlecker“ haben gestimmt. Immerhin haben wir ein größeres Einzugsgebiet zwischen Ludwigshafen und Bad Dürkheim, und die Leute können uns gut mit dem Auto erreichen. Und die Laufkundschaft aus Ruchheim selbst? Die kommt auch nach zweieinhalb Jahren noch nicht so zu uns. Wir sind wohl noch immer nicht so gut bekannt. Außer Paul. Stichwort „Erreichbarkeit“: Sie haben genau vor der Haustür in der Durchgangsstraße eine Baustelle. Wie groß ist die Beeinträchtigung? Das ist schon eine doofe Situation. Vor allem, weil vor ziemlich genau einem Jahr die andere Hälfte der Oggersheimer Straße gemacht wurde. Das merken wir schon an den Umsätzen. Aber den Arbeitern kann ich keinen Vorwurf machen. Die sind wirklich sehr fleißig. Die sind schon eine Stunde am Schaffen, wenn ich um 8 Uhr hierher komme. Ihr Geschäft heißt „Rosa Rot“. Gibt es einen Bezug zur Fernseh-Kommissarin? Nein, das war Zufall. Wir haben einen Namen gesucht, der sich nach geschmackvoller Dekoration anhört. Dass es da auch eine Kommissarin gibt, habe ich erst erfahren, als mich mein Großhändler gefragt hat, ob wir den Mörder schon gefunden haben.