Gewichtheben
Cross-Fitterin hebt sich beim Bundesligisten ins Rampenlicht
Morgen Abend wird Carolin Wüst aus Waldsee in der Staffel des AC 1892 Mutterstadt gegen den SSV Samswegen zur Hantel greifen (Samstag, 19 Uhr, AC Halle am Aquabellabad). Das ist bereits ihr dritter Saisoneinsatz in der Gewichtheber-Bundesliga.
Das war beim Wechsel vom AV 03 Speyer vor zwei Jahren zum zwölffachen deutschen Mannschaftsmeister Mutterstadt so nicht geplant. Carolin Wüst sollte in erster Linie die zweite Garnitur verstärken. Eine starke Mannschaft aus Nachwuchskräften und talentierten Heberinnen für die Zweite Liga war geplant. Auch bedingt durch die Corona-Pandemie nahmen die Verantwortlich davon Abstand und haben dafür eine Regionalligastaffel gemeldet.
Aufgrund der aktuellen Personalsituation und guten Trainingsleistungen ist die deutsche Juniorenmeisterin von 2019 jetzt sogar Stammheberin beim ACM in der Bundesliga-Mannschaft. „Es macht Spaß für Mutterstadt zu heben. Eine Freundin hat mich zum Wechsel überzeugen können. Ich habe die Chance genutzt und mir dadurch einen sportlichen Traum erfüllt. Jetzt stehe ich mit Nationalhebern gemeinsam auf der Bühne“, freut sich Wüst über jeden Einsatz.
Den früheren Weltklasse-Athleten Almir Velagic hat die Studentin der Universität Heidelberg, die nach dem Bachelor für molekulare Biotechnologie gerade den Master in Neurowissenschaften avisiert, seit August als Trainer an ihrer Seite. Das ist eine für beide sportlich lohnenswerte Beziehung. „Ich studiere und wohne in Heidelberg. Dadurch ist es für mich praktisch, am Olympiastützpunkt in Leimen vier Mal die Woche zu trainieren. Unter Almir und der neuen Trainingsgruppe habe ich gute Fortschritte erzielen können. Ich lerne bei jedem Training hinzu“, schildert Wüst.
Carolin Wüst will promovieren
Ihre Bestleistungen liegen bei 75 Kilogramm im Reißen und 91 Kilogramm im Stoßen. Das entsprechen rund 115 Kilopunkte. Für ihr Ziel, in naher Zukunft eine gestandene Bundesliga-Heberin zu werden, will und muss die Sportlerin noch eine Schippe auflegen. Das weiß sie aber – und dafür muss sie sich schinden. Doch das kennt sie vom Cross-Fit.
Eine Patellasehnenverletzung vor einem Jahr ist mittlerweile ausgestanden und die momentane Formkurve zeigt nach oben. Lob gibt es von Almir Velagic: „Die Arbeit mit Caro macht Spaß. Sie ist motiviert und fleißig. Schade, dass sie nicht schon früher mit dem Gewichtheben begonnen hat. Sonst wäre sie noch weiter. Wichtig ist, dass sie dabei bleibt und mit Leidenschaft ihren Sport ausübt.“
Auch beim AC Mutterstadt hat die Studentin, die nach dem Masterstudium promovieren möchte, bisher einen guten Eindruck hinterlassen. „Auf Caro kann man sich stets verlassen. Ob in der ersten oder zweiten Mannschaft. Sie versucht immer das Maximum im Wettkampf herauszuholen“, sagt der Sportliche Leiter Stefan Mohr. Davon werden sich die Zuschauer, die nach der 2G-plus-Regelung zum Wettkampf gegen den deutschen Meister von 2019 in die AC-Halle zugelassen sind, sich persönlich überzeugen können.