Ludwigshafen Chansons für die Katz’

Geistreiche als auch witzige Gedanken rund um den französischen Chanson haben sich Liedermacherin Joana, Sängerin und Schauspielerin Susanna Back und der Pianist Peter Grabinger bei einem Französischen Abend im Mannheimer Capitol gemacht. Und ebenso interessant so manchen Klassiker aus dem Nachbarland (neu) interpretiert.
„Patricia Kaas klingt auch heute noch manchmal so, als ob sie mit ihrer Stimme Horden betrunkener Männer übertönen müsste“, meinte Susanne Back. Auf Kaas kam sie zu sprechen als es darum ging, dass in Frankreich so manche Sänger Stadien füllen, die in Deutschland fast unbekannt sind. Damit sich das vielleicht ändert, interpretierten die drei Musiker gleich auch einige dieser Musikerkollegen. Neben Klassikern wie „Paroles, paroles“ von Alain Delon oder „Sur la place“ und „Amsterdam“ von Jacques Brel sangen sie auch Stücke der jüngeren Generation, wie „Mon mec a moi“ von Patricia Kaas, „Ne en 17 a Leidenstadt“ von Jacques Goldman und – ganz aktuell – „Je veux“ von Zaz. Und das auf Französisch, Deutsch und Mannheimerisch. Musikalisch ergänzten sich dabei die erfahrene Stimme von Joana und die gleichfalls beeindruckende Stimme von Back aufs Beste, derweil Grabinger auf dem Keyboard gefühlvolle Interpretationen erklingen ließ. Kenntnisreich, mit viel Charme und einer gehörigen Portion sympathischer Selbstironie umrahmten die drei Künstler dabei ihre musikalischen Darbietungen mit Übersetzungen und interessanten Erklärungen zu den jeweiligen Künstlerkollegen und deren Stücken. Mit großem Gelächter belohnte das Publikum etwa die Geschichte von der Katze, die in einem alten Kinderlied voller schwarzer Pädagogik totgeschlagen wird, weil sie sich am Fromage, dem Käse, vergriffen hatte. Joana, Back und Grabinger ließen das Tier aber auf Mannheimerisch wieder auferstehen: „Die Katz’ es retour, die Katz es auf’m Flur“. Ausgeprägten Mannheim-Bezug konnten alle drei Musiker vorweisen. Joana hat lange hier gelebt und studiert, Susanna Back ist aus hiesigen Musik- und Schauspielszene nicht mehr wegzudenken und Peter Grabinger hat lange als Dozent an der Mannheimer Musikhochschule gearbeitet. Ob er dort seinen ausgeprägten Sinn für Quatsch entwickelt hat, hat Grabinger nicht verraten. Aber mit dem hatte im Capitol oft die Lacher auf seiner Seite. So etwa auch bei der Karikatur von „Paroles, paroles“, wo einst Alain Delon mit tiefer Stimme Dalida ständig kommentierte, ließ Grabinger von „Fromage“ bis „Bagage“, von „Merci Cherie“ bis „die Bardot es net do“ zum großen Vergnügen des Publikums alles einfließen, was ihm an französischen Vokabeln so alles einfiel.